Freitag, 1. August 2008

Sollte SPÖ an neuem EU-Kurs festhalten:
Schüssel schließt neue Große Koalition aus

  • VP-Klubobmann glaubt aber an Umdenken nach Wahl
  • Faymanns Abgrenzung von der FPÖ nicht glaubwürdig

ÖVP-Klubobmann Schüssel schließt für seine Partei eine Neuauflage der Großen Koalition aus, sollte SPÖ-Vorsitzender Faymann nach der Wahl an seinem neuen Europa-Kurs festhalten. "Aus dieser neuen EU-Position kann kein gemeinsames Programm entstehen", sagt Schüssel.

In den "Salzburger Nachrichten" erklärt Schüssel auf die Frage, ob sich Faymann damit als Partner disqualifiziert habe: "Ich möchte an der Spitze Österreichs nicht jemanden ohne Rückgrat und ohne aufrechten Gang haben, der sich krümmt und beugt." Gleichzeitig zeigt sich Schüssel aber überzeugt davon, dass es in der SPÖ nach der Wahl "ein Umdenken" geben wird.

Für den Fall, dass Faymann die Wahl gewinnen sollte, wird er nach Ansicht Schüssels "alle Hände voll zu tun haben, um in der EU nicht isoliert dazustehen. Er muss sich überlegen, ob er Spielgestalter sein will oder Out-Wachler an der Linie. Der einzige, der mit seinem Kurs kompatibel ist, ist Strache."

Erleuchtung aus der Muthgasse?
Dass der SPÖ-Chef eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen hat, glaubt ihm Schüssel nicht. "Kommt eine Erleuchtung aus der Muthgasse (Sitz der "Kronen-Zeitung", Anm.), schauen die Dinge wieder anders aus", sagt der ÖVP-Klubobmann im "Standard".

Und in einem Interview für die "Tiroler Tageszeitung" und die "Vorarlberger Nachrichten" kündigt Schüssel an, "die ÖVP werde "sicher mit keiner Partei zusammenarbeiten, die das Land in eine Unfinanzierbarkeit führt, die den Wirtschaftsstandort gefährdet oder die europäische Perspektive nicht nützen oder gar aus der EU austreten will." (apa/red)

1.8.2008 20:03