Das Liberale Forum kehrt wieder zurück:
Gründungsmitglied Sevelda im FORMAT-Talk
- Der RZB-Vorstand über Liberalismus und Schmidt
- Konkrete Vorschläge zu Steuersufen udn Steuersatz

·NEWS: Kleinparteien sind im Vormarsch
Gute Wahl-Chancen für Heide Schmidt und Co.
·"Der Stimmenfang ist eine Ochsen-Tour"
Kleinparteien rennen um 2.600 Unterschriften
Das Liberale Forum kandidiert wieder. Schon am Morgen herrscht in der Wahlkampfzentrale des Liberalen Forums eifrige Betriebsamkeit. Die neuen gelben Telefone sind besetzt, und die freiwilligen Helfer - alle um die 20 Jahre alt - kuvertieren im Akkord. Schließlich müssen 2.600 Unterstützungserklärungen für das Liberale Forum gesammelt werden. Deshalb steht der eine oder andere Karton im Wahlbüro unausgepackt rum.
FORMAT bat das LIF-Gründungsmitglied Karl Sevelda zum Gespräch. Im Interview spricht der RZB-Vorstand über Heide Schmidts und seinen Liberalismus:
FORMAT: Herr Sevelda, wollen Sie als LIF-Gründungsmitglied nach Heide Schmidts erneutem Antreten das Liberale Forum wieder unterstützen?
Karl Sevelda: Beratend und finanziell ja, mein Engagement wird sich aber auf meine Freizeit beschränken. Ein Listenplatz wäre mit meiner Funktion als RZB-Vorstand nicht kompatibel.
FORMAT: Raiffeisen gilt als ÖVP-nahe. Spielt auch das eine Rolle?
Sevelda: Nein, überhaupt nicht. Die RZB ist eine internationale Bank, und jedes Unternehmen ist gut beraten, auf Spitzenmanager zu setzen, die sich auch politisch engagieren.
FORMAT: Auch Hans Peter Haselsteiner ist "nur" LIF-Wirtschaftsexperte, und auf der Liste weit hinten gereiht. Braucht eine liberale Partei keinen Vollzeit-Wirtschaftsexperten?
Sevelda: Es wird weitere Experten, wenn auch mit weniger klingenden Namen, geben. Trotzdem ist es enorm wichtig, dass sich mehr Wirtschaftstreibende politisch engagieren. Dann sähe unsere Wirtschaftspolitik heute anders aus.
FORMAT: Auch Wirtschaftstreibende können im liberalen Sinne Unvernünftiges fordern, wie unvernünftige Steuern auf unvernünftige Gehälter?
Sevelda: Ich habe mit Haselsteiner über den Spitzensteuersatz von 80 Prozent gesprochen, er hat das nur als Signal gemeint. Und als solches ist es auch verstanden worden. Das Entscheidende bei einer Steuerreform ist eine Entlastung des Mittelstandes.
FORMAT: Welche konkreten Vorschläge hätten Sie für das LIF, um das zu erreichen?
Sevelda: Man muss die Steuerstufen anheben, um die kalte Progression zu bekämpfen. Der Finanzminister hat von der Inflation und den überproportionalen Steigerungen im Lohnsteueraufkommen ohnehin genug profitiert, deshalb muss hier korrigiert werden. Außerdem könnte sich Österreich als sechstreichstes Land der Welt auch eine Grundsicherung für Ärmere leisten.
FORMAT: Heide Schmidt möchte darüber hinaus eine Vermögenszuwachssteuer. Gehen Sie da mit ihr konform?
Sevelda: Das wäre zwar steuergerecht, trotzdem bin ich bei diesem Thema, anders als meine Freunde Claus Raidl und Hans Peter Haselsteiner, eher zurückhaltend und skeptisch.
FORMAT: Warum?
Sevelda: Die Steuer würde wegen des hohen administrativen Aufwands einen massiven Kostenschub für uns Ban- ken bedeuten und im Gegenzug wenig bringen.
Das ganze Interview lesen Sie im FORMAT 31/08!
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