Grüne sortieren Theresia Haidlmayr aus: Behindertensprecherin kandidiert nicht mehr
- Abgeordnete saß 14 Jahre lang im Nationalrat
- Grüne wollen junge neue Gesichter - und regieren

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Die Grüne Behindertensprecherin Theresia Haidlmayr wird nicht mehr für den Nationalrat kandidieren. "Ich habe keine Chance", ein wählbares Mandat auf der Bundesliste beim Bundeskongress am 7. September zu erhalten. "Weil die Signale der Grünen einfach so gesetzt sind, dass man Wirtschaftskompetenz verstärkt will, junge und neue Gesichter und man will in die Regierung." Sie sei jedenfalls schon "enttäuscht" von der Parteispitze, so Haidlmayr
Ihren Entschluss habe sie Bundessprecher Alexander Van der Bellen und Vizechefin Eva Glawischnig bereits mitgeteilt. Ob man ihr direkt geraten habe, nicht mehr zu kandidieren? - Hadlmayr: "Nein, ich bin nur plötzlich gefragt worden, ob ich antrete. Da habe ich gemeint, bisher habe ich nichts Gegenteiliges gesagt. Und dann bin ich gefragt worden, ob ich in beratender Funktion den Grünen zur Verfügung stehen würde. Na wenn man da nichts raushört."
Dass die Parteispitze jetzt "andere Schwerpunkte setzt, ist legitim". Und "da hat halt einfach ein Signal mit Menschen mit Behinderung keinen Platz mehr, das muss dem Mittelstand und anderen Dingen weichen".
Über Quereinsteiger verwundert
Auf die von den Grünen zuletzt genannten Quereinsteiger angesprochen, zeigt sich Haidlmayer erstaunt. "Mich hat auch ein bissl die Meldung gewundert, dass die Grünen schon Quereinsteiger gefunden haben. Ich habe immer geglaubt, die Kandidaten werden gewählt."
Was sie nach ihrer 14-jährigen Tätigkeit im Nationalrat tun werde, weiß die 53-jährige noch nicht. "Das ist sicher nicht einfach. Ich bin 53, eine Frau, behindert." Allerdings sei ihr Entschluss, nicht mehr auf der Grünen Liste zu kandidieren, unumkehrbar. Als eine Art Bilanz nannte Haidlmayer ihr Eintreten für das Selbstbestimmungsrecht von Menschen mit Behinderung. "Das habe ich auch anderen Parteien angekreidet, dass die das nicht haben." Und natürlich die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung.
Bleibt Grünen treu
Allerdings werde sie den Grünen nicht den Rücken kehren. Sollten die Grünen in eine Regierung kommen, und es gäbe ein Behindertenstaatssekretariat, könnte sie sich das überlegen. "Aber mich gibt es nicht um jeden Preis", gibt sich Haidlmayer kämpferisch.
Von den 21 grünen Mandataren haben bisher zwei angekündigt, nicht mehr bei den Neuwahlen anzutreten. Neben Haidlmayer ist das die Vorarlberger Abgeordnete Sabine Mandak.
BZÖ-Grosz bedauert
Moralische Unterstützung erhielt Haidlmayr von ungewohnter Stelle: Gerald Grosz vom BZÖ gab zwar zu, dass "Frau Haidlmayr und mich politisch und inhaltlich Welten trennen", doch bedaure er ihren Rückzug aus der aktiven Politik "ehrlichen Herzens." Haidlmayr stehe "für eine glaubhafte, idealistische und im positivsten Sinne kämpferische Gleichbehandlungspolitik gerade für Menschen mit Behinderungen", so der Generalsekretär. (apa/red)
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