Mittwoch, 30. Juli 2008

Liberale holen Slowenenvertreter ins Boot: Rudi Vouk wird Spitzenkandidat in Kärnten

  • "Kämpfer der Rechtstaatlichkeit und Demokratie"
  • BZÖ-Petzner: "Kriegserklärung gegenüber Kärnten"

Der durch die Ortstafeldebatte bekanntgewordene Rechtsanwalt Rudolf Vouk wird Spitzenkandidat des Liberalen Forums in Kärnten. Er werde somit auch auf der Bundesliste an wählbarer Stelle stehen, kündigte LIF-Bundessprecher Zach an. Vouk selbst ist zwar Mitglied der Kärntner "Einheitsliste" ("Enotna lista"), diese habe aber beschlossen, die Liberalen aktiv zu unterstützen, hieß es.

Vouk wird künftig auch Verfassungssprecher des LIF sein und will sich bei einem eventuellen Einzug in den Nationalrat vermehrt um das Thema Grundrechte kümmern. Ein Thema ist mit Vouks Antreten - er ist auch stellvertretender Obmann des Rats der Kärntner Slowenen - klar: Die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln in Kärnten. Dabei will Vouk weitergehen, also die Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes vorschreiben.

Auch LIF-Spitzenkandidatin Schmidt ist überzeugt davon, mit "der Stimme der Stimmlosen" die richtige Verstärkung gefunden zu haben. "Vouk ist für mich der Kämpfer für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie."

Steter Kampf für Slowenen-Status
Vouk wurde 1965 in Klagenfurt geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Wien kehrte er nach Kärnten zurück, wo er seine Tätigkeit als Rechtsanwalt begann. Im Rahmen seiner politischen Aktivität wurde Vouk 1991 in das Präsidium der "Enotna lista" gewählt. Seit 1997 ist er Gemeinderat in Eberndorf, wo er bis 2003 auch Vorsteher der Gemeinde war. Im Jahr 1999 wurde Vouk geschäftsführender Obmann des Rates der Kärntner Slowenen. Außerdem ist Vouk Mitglied des Volksgruppentages. Vom Jahr 2000 bis 2003 war er Vorsitzender des VT des Rates der Kärntner Slowenen, und seit 2003 ist Vouk Obmannstellvertreter des Rates der Kärntner Slowenen.

Petzner: "Kriegserklärung gegenüber Kärnten"
Mit heller Empörung reagierte in Kärnten das BZÖ von Landeshauptmann Jörg Haider auf die Platzierung des Slowenenfunktionärs Rudi Vouk auf einem aussichtsreichen Listenplatz des Liberalen Forums (LIF). "Die Nominierung des rasenden Rechtsbrechers Rudi Vouk durch die LIF-ler kommt einer Kriegserklärung gegenüber Kärnten gleich", betonte der geschäftsführende BZÖ-Landeschef Stefan Petzner.

Vouk sei es gewesen, der "mit seinen Raseraktionen den langjährigen Ortstafel-Frieden in Kärnten beendet und den Konflikt neu entfacht" habe, während die Kärntnerinnen und Kärntner einfach nur ihren Frieden und ihre Ruhe haben wollten. Petzner: "Einen solchen Mann ins Hohe Haus setzen zu wollen und ihn damit auch auf die Gehaltsliste der Kärntner Steuerzahler zu hieven, ist eine Schande."
(apa/red)

30.7.2008 17:08