Freitag, 1. August 2008

Kinderbande richtet 500.000 € Schaden an:
Teenager-Gangster verübten 700 Straftaten

  • 41 Linzer Kinder und Jugendliche begangen die Taten
  • Sorgt für neue Diskussionen ums Jugendstrafrecht

Eine 41-köpfige Linzer Kinderbande hat für Diskussionen ums Jugendstrafrecht gesorgt. Die Zwölf- bis 17-Jährigen haben in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 700 Straftaten verübt und insgesamt 500.000 Euro Schaden angerichtet. Die Palette reicht von Sachbeschädigungen bis hin zu Raubüberfällen. Zehn Teenager sind in Haft. Innenministerin Maria Fekter (V) und BZÖ-Justizsprecher Gernot Darmann verlangten Konsequenzen.

Die Verdächtigen - alle aus geordneten familiären Verhältnissen - begingen in wechselnder Besetzung zahlreiche Diebstähle, beschädigten Fahrzeuge und brachen in Autos, Kellerabteile, Schrebergärten und Lokale ein. Ihre Beute reichte von Süßigkeiten und Zigaretten über Bargeld bis hin zu Mobiltelefonen, Laptops oder Fahrrädern. Auch 16 Überfälle gehen auf das Konto der Bande. Im Dezember vergangenen Jahres sollen ein 15- und ein 16-Jähriger mit Messer und Gaspistole bewaffnet eine Trafik ausgeraubt haben, während zwei Zwölfjährige Schmiere standen.

Materiallager im Park
In einem Linzer Park hatte die Bande ein Materiallager eingerichtet: Im Gebüsch seien Einbruchswerkzeug, Schlagstöcke, Schlagringe und sogar ein Elektroschocker sowie eine Gaspistole versteckt, gaben sie bei der Polizei an. Die Exekutive fand dort jedoch nur Werkzeug, Baseballschläger und Sturmhauben. Die Verdächtigen sind geständig. Ihnen sei der angerichtete Schaden nicht bewusst gewesen, sagten sie bei der Polizei. Als Tatmotiv gaben sie Langeweile und "schnell verdientes Geld" an, das sie für Kino, Fast-Food, Zigaretten und Taxifahrten zu ihrem nächsten Coup ausgaben.

Fekter verlangte nach Bekanntwerden des Falles Konsequenzen für kriminelle Unter-14-Jährige. Es sei weder gerechtfertigt noch sinnvoll ist, dass diese "ungeschoren" davonkommen. Die Ministerin sprach sich für "diversionelle Maßnahmen" (außergerichtlicher Tatausgleich, Anm.) wie gemeinnützige Arbeit, Schadenswiedergutmachung oder Täter-Opferausgleich aus. Auch Darmann trat für die Absenkung der Strafmündigkeit von 14 auf 12 Jahre ein. Er begründete die Forderung damit, dass die heutigen Jugendlichen überwiegend früher reif würden. (apa/red)

1.8.2008 15:33