Montag, 21. Juli 2008

Neuer Krebsimpfstoff auf pflanzlicher Basis:
Soll Immunsystem des Patienten anfeuern

  • Leichte und kostengünstige Herstellung des Präparats
  • Ermöglicht maßgeschneiderten Ansatz für Erkrankten

US-Forscher haben einen Impfstoff auf Pflanzenbasis entwickelt, der das Immunsystem von Krebspatienten anfeuern soll. Ob das Mittel stark genug sei, um Tumore zu zerstören, sei noch nicht sicher, hieß es in der Studie der Universität Stanford.

"Der Grundgedanke ist, das körpereigene Immunsystem zur Bekämpfung des Krebses heranzuziehen", sagte der führende Autor der Studie, Ronald Levy. Er zeigte sich optimistisch, was die Wirkung des Impfstoffes betrifft: "Wir wissen, dass ein angekurbeltes Immunsystem Krebs angreifen und vernichten kann."

Die Forscher um Levy testeten den Impfstoff an 16 Patienten, bei denen kurz zuvor ein Follikuläres Lymphom festgestellt worden war. Keiner der Patienten habe Nebenwirkungen verspürt und mehr als 70 Prozent der behandelten Kranken hätten eine Reaktion des Immunsystems gezeigt. Es war der erste Versuch mit einem pflanzlichen Krebsimpfstoff an Menschen. Der Vorteil eines solchen Mittels ist die relativ leichte und kostengünstige Herstellung.

Dabei werden Tumorzellen der Patienten geklont, in ein spezielles Virus injiziert und dann auf die Blätter von Tabakpflanzen gestrichen. Dort sorge das Virus für eine Eiweißproduktion. In einem Laborverfahren werde das entstandene Eiweiß isoliert und dem Patienten eingespritzt. "Diese Technik ist sehr speziell, denn sie ist schnell und ermöglicht einen maßgeschneiderten Ansatz für jeden Patienten", sagte Levy. Die Impfung könne allerdings nicht bei der Krebsvorbeugung eingesetzt werden, schränkte der Forscher ein. (apa/red)

21.7.2008 15:46