Montag, 28. Juli 2008

Gefälschtes Profil in Facebook erstellt:
Brite bekam 28.000 Euro Schadenersatz

  • Ex-Schulfreund wurde wegen übler Nachrede geklagt
  • Falsche Infos zu sexueller Orientierung veröffentlicht

Ein gefälschtes Profil auf der Social-Networking-Site Facebook brachte einem britischen Geschäftsmann 22.000 Pfund (27.883 Euro) Schadensersatz, berichtete die "Times" in ihrer Onlineausgabe. Sein Ex-Schulfreund soll eine Fake-Site über ihn erstellt haben, auf der unter anderem sein voller Name, Geburtsdatum, Aufenthaltsorte und falsche Details über seine sexuelle Orientierung sowie politischen Ansichten zu finden waren. Der Diffamierte hatte den Mann wegen übler Nachrede und Missbrauchs persönlicher Informationen geklagt.

Das Profil enthielt auch falsche Informationen über die Firma das Briten und war zudem mit einer Site namens "Has Mathew F. lied to you?" verlinkt. Der Bruder des Diskreditierten entdeckte das Profil 16 Tage, nachdem es hochgeladen worden war, und ließ es vom Netz nehmen.

Der bloßgestellte Brite, der eine Website betreibt, über die Publikum für Fernseh-Shows gebucht wird, und der Angeklagte, ein Kameramann, kennen sich seit ihrer Schulzeit. Später zerstritten sich die Männer. Der Erfolg des Unternehmens des nunmehrigen Klägers und die freiwillige Auflösung seiner eigenen Firma dürfte in dem Kontrahenten Neid hervorgerufen haben, so das Gericht. Der Kameramann bestritt dies und gab an, dass das Profil während einer Party in seinem Londoner Haus von einer Gruppe von Freunden erstellt worden war.

Das Gericht sprach dem Opfer 15.000 Pfund Schadensersatz für üble Nachrede und 2.000 Pfund für Verletzung der Privatsphäre zu. Zusätzlich bekam seine Firma 5.000 Pfund Entschädigung wegen übler Nachrede zugesprochen. Bei dem Fall handelt es sich um den ersten Diffamierungs-Prozess in Großbritannien, in den Facebook involviert ist. (apa/red)

28.7.2008 09:14