K.-H. Grasser: "Ich will bleiben"
- Der MIP-Manager im Exklusiv-Interview

Am Montag werden die Weichen für die börsennotierte Gesellschaft Meinl International Power gestellt. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung entscheiden die Investoren einen Machtkampf. Das Match lautet MIP-Chairman Hans Haider gegen Hedgefonds mit Kleinanlegern. Beide behaupten, das Beste für die Anleger zu tun.
Die Investoren entscheiden auch, ob Karl-Heinz Grasser an Bord bleibt. Denn Meinl Power Management, die Managementgesellschaft der MIP, an der Karl-Heinz Grasser zu einem Drittel beteiligt ist, könnte um 32 Millionen Euro ausgekauft werden. Im NEWS-Exklusivinterview erklärt Gasser, warum er das verhindern will, und wehrt sich gegen Abzockervorwürfe.
NEWS: Können Sie den Sommer genießen und entspannte Tage in Kitzbühel verbringen?
Karl-Heinz Grasser: In Kitzbühel war ich schon lange nicht mehr, aber ich bin trotzdem entspannt. Ich mache keinen Urlaub, sondern bin in Verhandlungen von Energieprojekten einerseits und in Gesprächen mit Investoren andererseits.
NEWS: Steigen Sie nicht bei Meinl International Power aus?
Grasser: Ich habe nur ein Interesse: MIP für Investoren zum nachhaltigen Erfolg zu machen. Wer das will, muss bleiben.
NEWS: Verstehen Sie die Entrüstung von Meinl-Anlegern, die sehen, wie gut die Meinl Bank verdient hat, während sie selbst viel verloren haben?
Grasser: Ich will nicht über die Meinl Bank diskutieren. Ich verstehe grundsätzlich Investoren, weil es nie lustig ist, Geld zu verlieren. Dann hinterfragt man.
NEWS: Wie steht es mit den MIP-Investoren?
Grasser: Ich verstehe, dass Anleger nicht zufrieden sind. Ich bin selbst nicht zufrieden, weil ich es mir ganz anders vorgestellt habe. Aber auch Blue Chips von Erste Bank bis Citigroup haben an Börsenwert eingebüßt. Aktien und Zertifikate beinhalten mehr Risiko als ein Sparbuch.
NEWS: Gibt es nicht ein Missverhältnis zwischen dem, was Anleger verloren haben, und dem, was die Meinl Bank verdient hat?
Grasser: Es sind keine Werte vernichtet worden. Wir investieren und werden Vermögenszuwächse für Investoren schaffen. Meine Intention ist es, für die Kleinaktionäre da zu sein. Unsere Gebühren liegen nicht außerhalb des Marktes.
NEWS: Es heißt, Sie haben aus einem Euro Investment zehn Millionen Euro gemacht.
Grasser: Diese Behauptungen sind eine sagenhafte Frechheit. Ich habe einige Hunderttausend Euro investiert und nicht einen Euro. Zugegeben, es ist kein Millionenbetrag. Aber ich würde bei weitem nicht zehn Millionen Euro bekommen. Es gibt dazu einen Vertrag zwischen der Meinl Bank und mir.
NEWS: Gibt es einen Stufenplan?
Grasser: Ja, den gibt es. Die Meinl Bank wollte sich absichern, falls ich zurück in die Politik gehe. Es ist auch fair, eine werthaltige Beteiligung erst dann zu haben, wenn man mehrere Jahre zum Erfolg eines Unternehmens beigetragen hat.
NEWS: In welcher Form haben Sie Geld investiert?
Grasser: Ein Beitrag war das Drittel von 50.000 Euro Grundkapital. Darüber hinaus habe ich Büroinfrastruktur finanziert.
NEWS: Die MPM soll 3,29 Millionen Euro an Management-Gebühren kassiert haben, wovon Ihnen ein Drittel zusteht.
Grasser: Die Summe ist öffentlich, aber Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Es stehen ja Kosten gegenüber. Die Managementgesellschaft hat allein Personalkosten in der Höhe von drei Millionen Euro im Jahr. Wir tragen alle Kosten, bevor ein Projekt zustande kommt. Beispielsweise beschäftigen wir uns seit einem halben Jahr mit Projekten in der Türkei. Dort wurden elf Unternehmen geprüft. Ich darf also alle beruhigen, die meinen, ich verdiene zu viel Geld. Es bleibt ein Gewinn, aber in anderen Größenordnungen.
NEWS: Es gab sogar ein Gerücht, Sie müssten viel verdienen, weil Ihr Ehevertrag vorsieht, dass Sie die wesentlichen Lebenshaltungskosten Ihrer Ehefrau tragen.
Grasser: Ich habe herzhaft über diesen Blödsinn gelacht. Weitere Worte sind überflüssig.
NEWS: Ihre berufliche Hauptaufgabe ist das MIP-Management.
Grasser: Genau so ist es. Mit der Gründung des Unternehmens habe ich auch Verantwortung auf mich geladen. Ich bin überzeugt, dass die Unternehmensidee nachhaltig funktioniert.
NEWS: Was bedeutet es, MIP zum Erfolg zu machen?
Grasser: Mittelfristig, also 2009, den Kurs der Zertifikate über den Ausgabepreis von zehn Euro zu bringen.
NEWS: Wie kann dies jetzt zwischen Finanzmarktkrise und Börsentief funktionieren?
Grasser: Wir haben jetzt elf gute Projekte. Mit einem Neustart des Unternehmens das ist das Ziel von Hans Haider und mir schaffen wir es. Mitte 2009 werden wir voll investiert sein.
NEWS: Aber noch ist fraglich, ob Sie an Bord bleiben, oder?
Grasser: Heuschreckenfonds wollen das Unternehmen unfreundlich übernehmen. Aus meiner Sicht mit der klaren Zielsetzung, das Unternehmen zuzusperren und zu liquidieren, um rasch viel Gewinn zu machen. Diese Geierfonds sind glasklar auf Übernahme und Liquidierung spezialisiert.
Das ganze Interview finden Sie im aktuellen NEWS-Magazin
