Donnerstag, 24. Juli 2008

Traditionsunternehmen Hämmerle stellt Konkursantrag: 294 Arbeitsplätze wackeln

  • Vorarlberger Texilunternehmen mit 1,44 Mio. Verlust

Das Dornbirner Traditionsunternehmen "F.M. Hämmerle Textilwerke GmbH Co KG" wird am Landesgericht Feldkirch so rasch wie möglich einen Konkursantrag einbringen. Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine andere Lösung, erklärte Geschäftsführer Josef Hahnl gegenüber der Wirtschaftspresseagentur.com. Von der bevorstehenden Insolvenz sind 294 Mitarbeiter betroffen.

"Wir haben derzeit im Vergleich zum Vorjahr einen um 50 Prozent geringeren Auftragseingang. Hier muss ich als Geschäftsführer leider handeln und selbst den Konkursantrag einbringen", sagte Hahnl. Der Geschäftsführer war nicht erreichbar. Bei einem Umsatz von etwa 27 bis 28 Mio. Euro wurde im vergangenen Jahr laut ORF Vorarlberg ein Verlust von 1,44 Mio. Euro geschrieben.

Liegenschaft in Dornbirn nicht betroffen
Von der anstehenden Insolvenz ist laut Hahnl die Liegenschaft von F.M. Hämmerle in Dornbirn nicht betroffen, da sie einer anderen Gesellschaft gehöre. Auch nicht unmittelbar betroffen sei das Joint Venture mit dem indischen Partnerunternehmen Vardhman. Eine Zukunftsprognose - etwa ob ein Zwangsausgleich mit Fortführung angestrebt wird - wollte Hahnl nicht abgeben. Viel hänge vom Masseverwalter ab.

Mitarbeiter warten noch auf Löhne
"Ich weiß nicht, ob der dann weitermachen wird. Aber es gibt noch Aufträge", sagte Hahnl, der die Geschäftsführung des Unternehmens im Februar 2000 als Sanierer übernommen hatte. Bereits damals war das einstmals größte Vorarlberger Unternehmen von der Pleite bedroht gewesen. Noch 1986 war F.M. Hämmerle mit 2.200 Mitarbeitern das größte Textilunternehmen Österreichs, ehe zum Ende der 1980er-Jahre die Schwierigkeiten begannen.

Die Beschäftigten wurden am in einer Betriebsinformation über die schwierige Lage des Unternehmens in Kenntnis gesetzt, teilte die Arbeiterkammer mit. Die 140 Angestellten hätten bis auf wenige Ausnahmen kein Urlaubsgeld erhalten, ein Teil der am 15. Juli fällig gewordenen Löhne der 160 Arbeiter sei ebenfalls nicht ausbezahlt worden, hieß es. (apa/red)

24.7.2008 08:00