Montag, 21. Juli 2008

Zahl der Privatinsolvenzen explodiert: Fast 5.000 Leute sind heuer in Konkurs gegangen

  • Plus 12,7 Prozent: Österreicher tief in roten Zahlen
  • Firmeninsolvenzen sind seit 2007 zurückgegangen

Die Zahl der Privatinsolvenzen ist sprunghaft angestiegen. Zwischen dem ersten Halbjahr 2007 und dem gleichen Zeitraum im heurigen Jahr sind die Privatkonkurse um 12,7 Prozent von 4.310 auf 4.858 regelrecht explodiert. Zurückgegangen sind dagegen die Firmeninsolvenzen: Die Zahl der Neuanmeldungen ist von 3.323 auf 3.209 um 3,4 Prozent gesunken.

Damit hat sich die Zahl aller Insolvenzen um 5,7 Prozent erhöht. Bei den Unternehmen sind die Insolvenzeröffnungen um 4,7 Prozent angestiegen (von 1.514 auf 1.585). Als Hauptinsolvenzgrund werden nach wie vor Managementfehler sowie Kapitalmangel angegeben.

Den stärksten Zuwachs an Unternehmensinsolvenzen verzeichnete das Burgenland mit plus 40,7 Prozent. Ein Plus von 15,1 Prozent gab es in Kärnten, eines von 9,0 Prozent in der Steiermark und in Oberösterreich eine Steigerung von 0,5 Prozent. Den stärksten Rückgang bei den Firmeninsolvenzen gab es mit minus 15,9 Prozent in Salzburg, gefolgt von Niederösterreich mit einem Minus von 14,8 Prozent. In Tirol wurde ein Minus von 9,4 Prozent registriert, in Wien ein Rückgang von 6,3 Prozent, in Vorarlberg ein Minus 4,8 Prozent.

Nach Branchen gegliedert führen bei den Insolvenzen nach wie vor unternehmensbezogene Dienstleistungen mit 792, allerdings gab es hier einen Rückgang um 195 oder 19,8 Prozent. An zweiter Stelle steht der Handel mit 634 Insolvenzen (minus 1,2 Prozent), gefolgt vom Bauwesen (506, plus 1,0 Prozent). Angesichts des hohen Ölpreises und der Dollarschwäche dürfte es bezogen auf das Gesamtjahr aber wenig Entspannung geben, hatte es zuletzt beim Kreditschutzverband geheißen.

(apa/red)

21.7.2008 14:26