Rettungsversuch der 'Doha-Runde' in Genf: Verhandlungen seit 7 Jahren festgefahren
- Gesprächsrunde über neue Handelsliberalisierungen
- Vor allem sollen Entwicklungsländer davon profitieren
Zur entscheidenden Sitzung über die Rettung der seit 2001 laufenden Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels sind am Montag Vertreter der Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf zusammengekommen. Bis Ende der Woche wollen sie für den Agrar- und Industriegüterbereich eine Lösung finden, um die seit sieben Jahren immer wieder festgefahrenen Verhandlungen beenden zu können.
Vor allem die ärmsten Entwicklungsländer sollen davon profitieren, dass sie ihre Agrarprodukte aber auch Waren besser auf dem Weltmarkt vertreiben können. Während die großen Schwellenländer wie China, Brasilien oder Indien von den Industrieländern erwarten, dass sie ihre hohen Agrarsubventionen abbauen, fordern diese besseren Zugang und niedrigere Zölle für ihre hochwertigen Industrieprodukte wie Maschinen und Autos in diese Länder.
Die EU-Kommission verhandelt für die Europäische Union, es sind aber auch die einzelnen EU-Mitgliedstaaten vertreten. Die EU will die Agrarsubventionen um 60 Prozent kürzen, um den Weg zu einem neuen Welthandelsabkommen frei zu machen. Das teilte EU-Handelskommissar Mandelson am Montag mit. Es handelt sich um das bisher größte Angebot der EU zu Subventionskürzung bei den WTO-Verhandlungen. Mandelson sagte, das Offert solle den Gesprächen Auftrieb geben.
(apa/red)

