Olympisches Dorf wurde feierlich eröffnet: 42 Wohnhäuser für rund 10.000 Athleten
- Restaurant für 5.000 Gäste mit 2.400 Köchen
- Kultur- und Religionsangebote für die Sportler

Zwölf Tage vor Eröffnung der 29. Olympischen Spiele in Peking ist das olympische Dorf für die rund 16.000 Athleten und Offiziellen aus 204 Ländern aufgeschlossen worden. Die ersten Zimmer wurden von Sportlern des Gastgeberlandes China belegt, das mit 639 Athleten das größte Aufgebot von den Teilnehmerländern stellt.
Auf dem 66 Hektar großen Gelände des olympischen Dorfes wird den rund 10.000 Athleten nicht nur in den 42 sechs- bis neunstöckigen Wohnhäusern großer Komfort geboten. "Wir wollen versuchen, die Wünsche der Sportler mit verschiedenem kulturellen und religiösen Hintergrund zu befriedigen", sagte Dorf-Bürgermeisterin Chen Zhili bei der Eröffnung. Dazu gehören fünf Andachtsräume für Christen, Buddhisten, Muslime, Juden und Hinduisten genauso wie Jogging-Kurs, Schwimmbad, Basketball- oder Tennis-Platz.
Das Restaurant bietet Platz für 5.000 Gäste und eine Vielfalt aus Speisen aus aller Welt, die von 100 ausländischen und 2.300 Köchen aus China rund um die Uhr zubereitet werden. Zum Freizeitangebot gehören Karaoke, Tee-Zeremonien, Chinesisch-Sprachkurse, eine Bücherei oder ein Internet-Cafe.
Sportminister spricht von "Jahrhundertchance"
"Das Glück von Olympischen Spielen in unserer Heimat ist eine Jahrhundert-Chance von der unsere Vorfahren 100 Jahre lang geträumt haben", sagte Chinas Sportminister Liu Peng bei der Eröffnungszeremonie, an der 265 der 639 Olympia-Athleten aus dem "Reich der Mitte" teilnahmen. Damit stellt der Gastgeber vor den USA (596) und Russland (470) das größte Teilnehmer-Kontingent.
Ranghöchster Gast im olympischen Dorf wird Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sein. Er will so oft es geht dort nächtigen. Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) hat aufgrund der Ereignisse bei den Winterspielen 2006 in Turin alle Athleten verpflichtet, in die Olympischen Dörfer von Peking, Hongkong (Reiten) und Qingdao (Segeln) einzuziehen.
Verhältnisse besser als in Athen
"Es ist eines der schönsten olympischen Dörfer der vergangenen Jahre", urteilte Bernhard Schwank, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB). "Im Vergleich zu Athen sind die Verhältnisse hier eine Stufe höher." Angesicht von Temperaturen in Peking von über 30 Grad Celsius, der hohen Luftfeuchtigkeit und -verschmutzung wurden in jedem der geräumigen Zimmer Klimaanlagen installiert.
Nach den Olympischen Spielen und den Paralympics sollen die Hochhauswohnungen umgebaut und verkauft werden. Berichten zufolge haben bereits alle Wohnungen Käufer gefunden - trotz Quadratmeterpreisen von 20.000 bis 30.000 Yuan (1.864 bis 2.796 Euro). Pro Wohnung macht dies rund 300.000 bis 600.000 Euro, was selbst im boomenden Immobilienmarkt von Peking als viel gilt. (apa/red)