Freitag, 25. Juli 2008

Brückner ist fünfter ausländischer Trainer: Tscheche tritt in Fußstapfen von Baric & Co.

  • Echter Erfolg war keinem Ausländer gegönnt
  • Brückner kein Novum im österreichischen Fußball

Der Tscheche Karel Brückner ist der fünfte ausländische Teamchef des österreichischen Fußball-Nationalteams. Zuvor waren der Ungar Bella Guttmann, der Slowake Leopold Stastny, der Slowene Branko Elsner und der Kroate Otto Baric an der Spitze der heimischen Auswahl gestanden.

Den Anfang machte Guttmann, der die ÖFB-Auswahl gemeinsam mit Josef Walter von März bis Oktober 1964 in fünf Partien (drei Siege, ein Remis, eine Niederlage/Torverhältnis 6:5) betreute. Von 1968 bis 1975 saß Stastny (damals tschechoslowakischer Staatsbürger) in 49 Spielen (15-16-18/58:62) auf der Trainerbank.

Baric letzter Ausländer
Nach dessen Abgang sprang Elsner von Oktober bis November 1975 für zwei Matches (ein Sieg, eine Niederlage/6:3) interimistisch ein, von Jänner 1985 bis November 1987 war der gebürtige Slowene dann in 18 Partien (5-5-8/20:28) hauptamtlich für den ÖFB tätig. Der bisher letzte ausländische Teamchef war Baric gewesen, der zwar in Österreich geboren wurde, allerdings die kroatische Staatsbürgerschaft besitzt. Der ehemalige Rapid- und Salzburg-Meistermacher coachte die Nationalmannschaft in 22 Spielen (7-6-9/31:35) von April 1999 bis Herbst 2001.

Echter Erfolg war keinem der Teamchef-Legionäre vergönnt, schaffte doch niemand aus dem Quartett die Qualifikation für ein großes Turnier und mit Ausnahme von Guttmann eine positive Bilanz. Immerhin gilt aber Stastny als Vater jenes Teams, das wenig später das Ticket für die WM 1978 in Argentinien löste, wo unter anderem Deutschland in Cordoba 3:2 besiegt wurde.

Brückner in prominenter Runde
Auch wenn etwa Deutschland bisher ausschließlich auf heimische Kräfte vertraute - in Österreich sind ausländische Teamchefs ebenso wenig ein Novum wie in vielen kleineren europäischen Fußball-Nationen. In Asien und Afrika setzen die Nationalverbände ohnehin zu einem großen Teil auf Trainer aus Europa oder Südamerika. Selbst in England ist derzeit mit dem Italiener Fabio Capello ein Ausländer am Werk, der "Bann" wurde auf der Insel bereits durch den Schweden Sven-Göran Eriksson gebrochen, der den Weltmeister von 1966 zwischen 2001 und 2006 trainierte.

Während dem nunmehrigen mexikanischen Teamchef mit den Engländern nicht der große Wurf gelang, erreichte Portugal mit dem mittlerweile zu Chelsea abgewanderten Brasilianer Luiz Felipe Scolari WM-Rang vier (2006) sowie das EM-Finale 2004 und das EM-Viertelfinale 2008. Russland wiederum wurde bei der EURO 2008 vom Niederländer Guus Hiddink bis in die Runde der letzten vier geführt.

Auch Österreich hat einen prominenten und erfolgreichen Trainer vorzuweisen, der als Teamchef in der Fremde für Furore sorgte. Ernst Happel scheiterte mit der niederländischen Auswahl bei der WM 1978 im Finale nur knapp an Gastgeber Argentinien. (apa/red)

25.7.2008 13:04