LASK feierte den 100. Geburtstag prunkvoll:
Als Geschenk gibt's Spiel gegen Real Madrid
- 1965 wurden Athletiker erste "Nicht-Wiener" Meister
- Turbulenzen gab es in der jüngeren Vergangenheit
·LASK gewinnt zum Geburtstag knapp 3:2
Aufholjagd der Kärntner reichte nicht mehr aus
·Steckbrief vom LASK
aus Oberösterreich
Linzer ASK feiert den 100. Geburtstag
·GRAFIK: Linzer ASK
feiert 100. Geburtstag
1965 wurden die Linzer österreischischer Meister
·Die Galaktischen sind im Anflug auf die Gugl
Stars von Real Madrid sind in Linz zu bewundern

Er ist einer der letzten Traditionsclubs in Österreichs Fußball-Bundesliga. Und er begeht das rundeste aller Jubiläen. der LASK feierte am 25. Juli (Linzer Athletik Sport Klub) seinen hundertsten Geburtstag und damit auch einen Sieg über die eigene Vergangenheit. Denn die war beim Meister des Jahres 1965 vor allem in den vergangenen Jahren immer wieder von dunklen Stunden geprägt.
Zum Fünfziger gab es der LASK noch nicht so mondän. Während man sich zum "Hunderter" Real Madrid eingeladen hat, war es 1958 noch der 1. FC Nürnberg, der sich vor 3.500 Zuschauern am alten und längst verschwundenen LASK-Platz als Gratulant einstellte. Zum dreistelligen Geburtstag geht's gegen Real Madrid. Ein Zeichen nicht nur des großen spanischen Namens, sondern auch der unbestrittenen Attraktivität des ersten Nicht-Wiener Meisters, dessen wechselvolle Geschichte vor wenigen Jahren noch fast ins Nirwana geführt hätte.
45 von 58 Saisonen war der LASK seit 1950 erstklassig, die jüngste und längste, sechs Jahre währende Bundesliga-Absenz ist noch in lebendiger Erinnerung. Nach für Linzer Verhältnissen glamourösen Jahren (u.a. mit Geir Frigaard, Vidar Riseth) führte der Crash der Bank des Präsidenten und Mäzens Wolfgang Rieger 1999 in eine gefährliche finanzielle Schieflage, die nur mit Mühe korrigiert wurde. Frank Stronach unterbreitete damals gar ein Übernahmeangebot. Nach dem fast logischen Abstieg im Frühjahr 2001 dominierte Agonie in Schwarz-Weiß das angebrochene Jahrtausend. Eine zeitweise erschütternd schütter besuchte Gugl, sportliche Abstiegskämpfe und eine erst in letzter Sekunde erstrittene Lizenz (2003) prägten das Bild.
Schuldenberg in Linz
Der an Negativschlagzeilen gewohnte oberösterreichische Fußball-Beobachter nahm es mit Gelassenheit hin. Es war schließlich nicht zum ersten Mal, dass der LASK mit Problemen zu kämpfen hatte. Schon 1995 zog der mit umgerechnet 1,82 Mio. Euro verschuldete Verein dank eines geglückten Zwangsausgleichs den Kopf aus der Konkurs-Schlinge, in der folgenden Saison führte die Bundesliga übrigens probeweise das erste Lizenzierungsverfahren ein. 1997 platze die "Fusionsbombe" mit dem als SK VÖEST bekanntgewordenen und in FC Linz umbenannten Vereins. Während der "Arbeiterclub", dessen letzter Präsident der spätere Pasching-Boss Franz Grad war, verschwand, blieb der LASK de facto über.
Seine Popularität haben die "Athletiker" freilich weniger diesen Turbulenzen zu verdanken, denn ihren Erfolgen. Der größte liegt allerdings schon 43 Jahre zurück. 1965 verliehen die Linzer auch der Fußball-Provinz eine deutlich vernehmbare Stimme, holten mit u.a. Sturmberger, Köglberger, Blutsch oder dem Brasilianer Chico in ihren Reihen als erstes Nicht-Wiener Team Meistertitel und Cupsieg. Beides zum bisher letzten Mal.
Ab 1950 dabei
Auf die bundesweite Fußballbühne war der LASK, sieht man von der glücklosen Teilnahme in der Ostmark-Gauliga der Saison 1940/41 ab, erstmals 1950 getreten. Berg- und Talfahrten, sechs Ab- und Wiederaufstiege, blieben den Linzern nicht erspart. Dennoch etablierte sich der 1908 von Albert Siems gegründete und vom englischen Fußballpionier Percy Lowe sportlich aufgepäppelte Club im Laufe der der Jahrzehnte zu einem Publikumsmagneten und allseits respektierten Großverein, der immer wieder auch ÖFB-Teamspieler stellte.
Kein Wunder, dass ganz Fußball-Österreich 2007 mit Freude die Rückkehr der Linzer ins Oberhaus registrierte. Ein Oberhaus, dem im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aufgrund veränderter ökonomischer Gesetzmäßigkeiten die Traditionsclubs langsam abhandengekommen waren: Gemeinsam mit Rapid, der Wiener Austria und Sturm Graz ist der LASK der letzte Bundesliga-Vertreter der alten Garde.
Den Weg zurück ebnete den Linzern nicht zuletzt Galionsfigur Ivica Vastic. Der im Sommer 2005 verpflichtete "Feinmechaniker" leitete die bisher letzte Wende in der Vereinshistorie ein, nachdem der Club schon im Frühjahr mit der Präsentation eines neuen Sponsoren-Konsortiums das Aufbruchssignal in eine finanziell rosigere Zukunft gegeben hatte. Die dem Anhang wie eine Ewigkeit scheinende sechsjährige Durststrecke wurde schließlich 2007 unter Trainer Karl Daxbacher mit dem Erstliga-Meisterstück beendet. (apa/red)
