Cadel Evans hat sein Ass noch im Ärmel:
Topfavorit könnte im Zeitfahren zuschlagen
- Gute Ausgangsposition nach starker Leistung in Alpen
- Ex-Mountainbike-Weltcupsieger hatte steinigen Weg

·Einsame Spitze siegt
auf 18. Tour-Etappe
Burghardt gewinnt, Kohl mit den Favoriten im Ziel
·Team CSC-Saxo Bank
dominiert in den Alpen
Mit Sastra und Schleck zwei Topfahrer zur Stelle
·Zoll durchsucht Auto
der Familie Schleck
Französische Behörden fanden kein Dopingmittel
Cadel Evans hatte trotz der "Niederlage" von L'Alpe d'Huez, wo er mehr als zwei Minuten auf den neuen Spitzenreiter Carlos Sastre einbüßte, Grund zur Zufriedenheit. Der Australier gilt als bester Zeitfahrer unter den Favoriten der Tour de France und damit als erster Anwärter auf den Gesamtsieg am Sonntag in Paris.
"Im Vorjahr ging ich mit zwei Minuten Rückstand auf Alberto Contador ins abschließende Zeitfahren. Jetzt liege ich wieder hinter einem Spanier - mit 1:34 Minuten", sagte der zurückhaltend wirkende Evans. 2007 fuhr der in der Schweiz am Neuenburger See lebende Australier in ähnlicher Situation bis auf 23 Sekunden an Contador heran und wurde in Paris Zweiter. Heuer ist dem 31-Jährigen mindestens eine ebenso starke Aufholjagd zuzutrauen, Evans könnte der erste Tour-Sieger aus "Down Under" werden.
Der Weg des einstigen Mountainbike-Weltcupsiegers in die Elite der Straßen-Profis war steinig. Nach ersten Siegen bei der Österreich-Rundfahrt 2001 (Kitzbüheler Horn und Gesamtwertung) trug er ein Jahr später überraschend im Giro d'Italia das Rosa Trikot, das er aber wegen eines Einbruchs auf der letzten Bergetappe einbüßte.
Dreimaliger Schlüsselbeinbruch 2003
2003 hatte er im Team Telekom mehrfach Pech: Evans brach sich in einer Saison dreimal das Schlüsselbein. Mit dem Argument, sein Fahrstil bedeute ein gewisses Sicherheitsrisiko, nahm ihn sein damaliger Teamchef Walter Godefroot 2004 nicht mit zur Tour de France. Stattdessen gewann der Profi aus dem australischen Outback zum zweiten Mal die Österreich-Rundfahrt.
Nach dem Wechsel zum Lotto-Rennstall ging es steil bergauf. Evans gewann 2005 seine erste Etappe bei der Tour und wurde Gesamt-Achter. In den folgenden Jahren hat er seine Platzierung stets halbiert. 2006 war er nach Disqualifikation von Floyd Landis Vierter und im Vorjahr Zweiter.
(apa/red)
