Freitag, 25. Juli 2008

Chavanel gewinnt die 19. Etappe der Tour:
Franzose siegt vor seinem Landsmann Roy

  • Kohl erreicht das Ziel mit allen Favoriten im Feld
  • Keine Veränderung im Tour-Gesamtklassement

Status quo an der Spitze der Gesamtwertung der Tour de France. Die Teams der Topfavoriten ließen einmal mehr Ausreißern den Vortritt. Der Franzose Sylvain Chavanel setzte sich nach den 165 Kilometern der 19. und drittletzten Etappe von Roanne nach Montlucon vor seinem Fluchtgefährten und Landsmann Jeremy Roy durch. Bernhard Kohl blieb Gesamt-Dritter, 1:33 Minuten hinter Spitzenreiter Carlos Sastre (Spanien). Nur noch 196 Kilometer trennen den Niederösterreicher vom historischen Gewinn des Trikots des besten Bergfahrers.

Sastre sah auf der Fahrt zum geographischen Mittelpunkt Frankreichs keine Chance, den Vorsprung von 1:34 Minuten auf den als besserer Zeitfahrer geltenden Cadel Evans auszubauen. Je eine Bergwertung der dritten und vierten Kategorie waren nicht schwierig genug. "Da war es besser, Kräfte für das Zeitfahren zu sparen", sagte der Spanier. Vor der 53 km langen Prüfung gegen die Uhr sei er nicht nervös, betonte Sastre. "Das ist der wichtigste Tag meiner Karriere. Ich kann mich als letzter Starter an den Zeiten der Rivalen orientieren, ich werde alles versuchen, um das Gelbe Trikot zu behalten."

Die zwei Ausreißer Chavanel und Roy hatten nach rund 80 Kilometern die Gunst des Augenblicks genützt, nachdem zuvor mehrere Fluchtversuche anderer Fahrer gescheitert waren. Ihr Vorsprung wuchs zwar nie über fünf Minuten an, doch sie retteten 1:13 Minuten ins Ziel. Der 29-jährige Chavenal, der 2009 von Cofidis zum Team Quick Step wechselt, feierte seinen ersten Tour-Etappensieg.

Den Sprint des Feldes entschied der Deutsche Gerald Ciolek für sich. Der U23-Weltmeister von Salzburg 2006 machte damit deutlich, dass der Columbia-Rennstall auch nach dem Ausscheiden des vierfachen Tagessiegers Mark Cavendish (GBR) am Sonntag auf den Champs Elysees in Paris für einen Sieg gut ist.

Cioleks Kollege Bernhard Eisel, der bei seiner fünften Tour-Teilnahme schon fünfmal gestürzt ist und unter den Blessuren leidet, verlor auf der Fahrt durch die hügelige Auvergne den Anschluss ans Feld und büßte mit acht anderen Fahrern 14:45 Minuten ein. Der Steirer kam als 145. und Letzter in die Wertung die Nachzügler Romain Feillu (FRA), Fabian Wegmann (GER) und Juan Antonio Flecha (ESP) schieden wegen Überschreitung der Karenzzeit aus. Der am Kinn verletzte Italiener Damiano Cunego war nicht mehr zur Etappe angetreten.

(apa/red)

25.7.2008 18:57