Kohl verteidigt Platz zwei & das Bergtrikot:
Starker 10. Platz auf der 16. Etappe der Tour
- Schlecks Team CSC hatte die Konkurrenz im Griff
- Franzose Cyril Dessel holt sich den Etappensieg

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Österreicher wird bei 2. Tour zum Sieganwärter
Der Österreicher Bernhard Kohl wird die "Königsetappe" der 95. Tour de France heute von Embrun nach L'Alpe d'Huez als Gesamtzweiter in Angriff nehmen. Der 26-jährige Niederösterreicher kam gemeinsam mit dem Großteil der Favoriten und Spitzenreiter Fränk Schleck ins Etappenziel nach Jausiers. Kohl fehlen damit nach der 16. Etappe weiterhin sieben Sekunden auf den Luxemburger.
Den Etappensieg holte sich der Franzose Cyril Dessel im Sprint einer Ausreißergruppe. Die Topfavoriten kamen mit etwa 1:30 Minuten Rückstand ins Ziel. Kohl verteidigte außerdem seine Führung in der Bergwertung über die Alpenpässe Col de la Lombarde (2.351 m) und Cime de la Bonette-Restefond (2.802 m) erfolgreich. Der Gerolsteiner-Profi wird das gepunktete Trikot damit auch zur Bergankunft nach L'Alpe d'Huez tragen.
Der 26-jährige Gerolsteiner-Kapitän Kohl zeigte auf der Fahrt über den Col de la Lombarde (2.351 m) und der Cime de la Bonette-Restefond, der mit 2.802 Metern höchsten asphaltierten Passstraße Europas, kein Zeichen von Schwäche. Er hielt sich stets im Vorderfeld der Gruppe um Fränk Schleck auf, der im Gegensatz zum isolierten Kohl noch drei Helfer um sich hatte. Darunter seinen Bruder Andy, der die Wertung der besten Jungprofis anführt, womit die Brüder nun zwei Trikots im Besitz haben.
Zwei Trikots für Familie Schleck
Der CSC-Rennstall bestätigte seine Position als stärkste Mannschaft, Kohl vermochte gegen Fränk Schleck keine Zeit gutzumachen. Von der möglichen Führung wollte Kohl im Ziel gar nicht sprechen. "Mein Ziel sind weiter die Top Ten, vielleicht die Top 5", sagte er.
Zudem nahm die Gruppe mit Schleck, Kohl und dem insgesamt weiterhin drittplatzierten Cadel Evans (AUS/0:08 zurück) dem bisher viertplatzierten Russen Denis Mentschow in der Abfahrt 35 Sekunden ab, Christian Vandevelde (USA), der Gesamt-Fünfte, hatte schon vorher den Anschluss verloren und büßte 2:36 Minuten ein.
CSC hatte Konkurrenten im Griff
Spitzenreiter Fränk Schleck gab sich vor der "Königsetappe" nach L'Alpe d'Huez zuversichtlich. "Man kann die Tour auf einer Etappe verlieren, aber man kann sie nicht an einem einzigen Tag gewinnen", erklärte der Luxemburger. "Wir werden alles versuchen, damit auf L'Alpe d'Huez andere Fahrer die Tour verlieren."
Sein Team CSC hatte das Feld der Favoriten am Dienstag im Griff gehabt, verabsäumte es aber, gegenüber dem starken Zeitfahrer Cadel Evans weitere Zeit herauszuholen. Der Australier gilt damit weiterhin als Topfavorit auf den Gesamtsieg. Schleck hatte allerdings bereits 2006 in L'Alpe d'Huez gewonnen.
Glück im Unglück hatte der Südafrikaner John-Lee Augustyn. Der Barloworld-Fahrer war in der Abfahrt von der Cime de la Bonette-Restefond über einen Abhang gestürzt, kam mit Prellungen aber relativ glimpflich davon. Unmittelbar davor hatte er den mit 2.802 m höchsten Punkt der Tour als Erster passiert.
Doppelsieg für Frankreich
Dessel, der 2006 für einen Tag das Gelbe Trikot getragen hatte und im Vorjahr an Toxoplasmose erkrankt war, setzte sich im Sprint vor seinem Landsmann Sandy Casar, dem Spanier David Arroyo und dem Ukrainer Jaroslaw Popowitsch durch.
(apa/red)
