Montag, 21. Juli 2008

Barack Obama auf Kurzbesuch im Irak:
Treffen mit Verantwortlichen der Regierung

  • Präsidentschaftskandidat besucht auch US-Soldaten
  • US-Senator legte Überraschungsbesuch in Kabul ein

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama ist auf seiner einwöchigen Wahlkampftour in Nahost und Europa bereits im Irak eingetroffen. Dies teilte die US-Botschaft in Bagdad mit. US-Medien gehen davon aus, dass Obama dort mit Vertretern der irakischen Regierung und mit US-amerikanischen Verantwortlichen sprechen wird. Zudem werde der Senator aus Illinois auch US-Soldaten treffen.

Am Sonntag legte Obama aus Afghanistan kommend einen Zwischenstopp in Kuwait ein. Er kam nach Angaben der Agentur KUNA mit dem Emir, Scheich Sabah al-Ahmed al-Jabir al-Sabah, zusammen. Dabei wurden vor allem die Zusammenarbeit zwischen den USA und Kuwait sowie regionale Probleme erörtert.

Treffen in Kabul mit Staatspräsident Karzai
In Kabul hatte Obama den afghanischen Staatspräsidenten Hamid Karzai getroffen. Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht bekannt. Obamas rund 30-stündiger Aufenthalt in Afghanistan, der von extremen Sicherheitsmaßnahmen gekennzeichnet war, galt vor allem US-Truppen in verschiedenen Landesteilen. Die Reise wird Obama auch nach Israel und Jordanien sowie nach Berlin, Paris und London führen.

Obama war am Samstag ohne vorherige Ankündigung mit einer kleinen Kongressdelegation auf dem US-Stützpunkt Bagram nördlich von Kabul gelandet. Danach besuchte er nach Angaben der US-geführten Koalitionstruppen den besonders unruhigen Osten des Landes. Am Flughafen der Stadt Jalalabad habe er US-Soldaten getroffen. Anschließend sei er vom Kommandanten der Koalitionstruppen und der internationalen Schutztruppe ISAF in der Ostregion, General Jeffrey J. Schloesser, über die Lage informiert worden.

Truppenverstärkung in Afghanistan
Obama will im Falle eines Wahlsiegs im November die Truppen in Afghanistan um weitere 10.000 US-Soldaten verstärken. Angesichts der eskalierenden Gewalt bräuchten die Soldaten stärkere Unterstützung. "Als Präsident würde ich eine neue Strategie verfolgen und damit beginnen, mindestens zwei weitere Kampfbrigaden zur Unterstützung unserer Mission in Afghanistan bereitzustellen", meinte er vor seiner Reise in einem Beitrag der "New York Times".

Besuch in Berlin geplant
Am Donnerstag trifft der Senator in Berlin ein. Dort will Obama an der Siegessäule sprechen. Erwartet wird eine bedeutende Rede zu den historischen Beziehungen zwischen den USA und Deutschland sowie zur Notwendigkeit der Stärkung der transatlantischen Beziehungen. Den Auftritt des US-Politikers sollen so viele Menschen wie möglich verfolgen können. Deshalb werden auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor Großleinwände wie zuletzt zur Fußball-EM aufgebaut. Vorgesehen sei, dass Obama etwa eine Dreiviertelstunde lang spreche. Auch ein Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier steht auf der Agenda.

(apa/red)

21.7.2008 07:50