Sonntag, 27. Juli 2008

Brände auf Rhodos fast unter Kontrolle:
Touristen laut Behörde nicht mehr in Gefahr

  • 700 Feuerwehrleute mit zehn Flugzeugen im Einsatz
  • 3000 Gäste mussten in Sicherheit gebracht werden

Nach knapp einer Woche hat die griechische Feuerwehr einen auf der Urlauberinsel Rhodos wütenden Waldbrand weitgehend eingedämmt. "Das Feuer zieht sich zurück, es gibt keinen Wind", sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Am Freitag mussten die Urlauber in drei Hotels an der Südküste zeitweise ihre Hotels verlassen, da dichter Rauch über der Region hing. In einem Dorf zerstörten die Flammen zwei Häuser. Das anfangs nur schleppende Anlaufen der Löscharbeiten versetzte die Bewohner der Insel in Wut.

Auf der Insel kämpften mehr als 500 Feuerwehrleute, hundert Soldaten und 16 Flugzeuge gegen die Flammen, darunter auch Löschflugzeuge aus Frankreich und Italien. Es gelte nun, mit Bodentruppen die schwelende Glut auf mehreren Kilometern zu löschen, sagte der Feuerwehrsprecher. Schätzungen zufolge zerstörte das Feuer auf Rhodos bereits mehr als 5.000 Hektar Wald- und Buschflächen. Die Reisebranche auf der Insel fürchtet nun Umsatzeinbrüche.

Bewohner von Rhodos reagierten bestürzt auf den Verlust der Waldflächen und beschuldigten die Behörden der Unfähigkeit. Der Vize-Präfekt der Dodekanes-Inseln, Fotis Chatzidiakos, räumte im privaten Rundfunk ein, die Koordination der Löscharbeiten sei vor allem am ersten Tag schlecht gewesen. Die Löschflugzeuge hätten außerdem wegen des dichten Rauchs nicht starten können. "Wenn wir in diesem Stadium Hubschrauber gehabt hätten, hätten wir es unter Kontrolle gebracht."

Ein 61-jähriger Mann wurde zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet 15.000 Euro verurteilt, wie die halbstaatliche Athens News Agency berichtete. Er soll das Feuer aus Fahrlässigkeit im Dorf Agios Isidoros entfacht haben.
(apa/red)

27.7.2008 14:11