Freitag, 25. Juli 2008

Eiszeitende zwischen Spanien & Venezuela: Chavez beim Monarchen & Premier Zapatero

  • Nach Eklat mit König Juan Carlos "neues Kapitel"
  • Engere Kooperation im Energiebereich geplant

Acht Monate nach dem Eklat zwischen König Juan Carlos und Staatschef Hugo Chávez haben Spanien und Venezuela die Normalisierung ihrer Beziehungen besiegelt. "Wir haben ein neues Kapitel aufgeschlagen und unsere Freundschaft erneuert", sagte der venezolanische Präsident nach einem Treffen mit Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero in Madrid. Dieser sprach von einer positiven Wiederbegegnung. "Es gibt viel was und eint und noch einen wird", sagte Zapatero. Beide Länder wollen nun enger im Energiebereich kooperieren.

Zuvor hatte der König Chávez in seiner Sommerresidenz in Palma de Mallorca empfangen. Es war ihr erstes Treffen, nachdem Juan Carlos den Linksnationalisten im November 2007 auf dem Iberoamerika-Gipfel in Chile gemaßregelt hatte: "Warum hältst du nicht den Mund?" Das einstündige Gespräch sei sehr herzlich gewesen, sagte Chávez. Er war eine Stunde später als vereinbart, zu dem Treffen mit dem König gekommen. "Juan Carlos ist mein Freund und ein Freund Venezuelas." Er habe ihn sowie Zapatero zu einem Staatsbesuch in das südamerikanische Erdölland eingeladen.

Freundlicher Schulterklopfer
"Ich freue mich, Dich zu sehen und danke Dir für diese Geste", sagte der König zu Chávez. Dann schüttelten beide einander lächelnd die Hände und klopften sich auf die Schultern. "Warum gehen wir nicht an den Strand?", fragte der venezolanische Präsident, der sich angesichts der Hitze auf Mallorca an Kuba erinnert fühlte.

Eklat beim Chile-Gipfel
Zu dem Eklat war es gekommen, nachdem Chávez auf dem Gipfel in Chile den früheren spanischen Regierungschef José María Aznar als "Faschisten" bezeichnet und eine Rede Zapateros mehrfach unterbrochen hatte. "Juan Carlos sind die Sicherungen durchgeknallt", konterte Chávez damals. Nun habe ihm der Monarch ein T-Shirt mit dem berühmten "Warum-hältst-du-nicht-den-Mund-Spruch" von damals geschenkt, erzählte er. "Darüber werden wir ein Leben lang lachen können."

Der Streit hatte zu einer diplomatischen Krise zwischen beiden Ländern geführt, die jedoch bereits im Mai auf dem EU-Lateinamerikagipfel in Lima beigelegt worden war. Damals kamen Zapatero und Chávez zu einem Gespräch zusammen. Vor seinem Treffen mit dem Monarchen auf Mallorca hatte Chávez gewarnt: "Ich möchte den König gerne in den Arm nehmen. Aber du weißt, Juan Carlos, meinen Mund halten werde ich nicht."

(apa/red)

25.7.2008 17:15