Freitag, 25. Juli 2008

Wiedergutmachung: Libyen soll von Italien Entschädigung für Kolonialisierung erhalten

  • Nach Angaben von Libyen in "Milliardenhöhe"
  • Berlusconi schweigt zu den Angaben von Gaddafi

Libyen wird nach eigenen Angaben von Italien für die Zeit der Kolonialisierung von 1911 bis 1943 entschädigt. Beide Seiten würden in den kommenden Wochen eine Vereinbarung mit einem Volumen in "Milliardenhöhe" unterzeichnen, sagte der einflussreiche Sohn des libyschen Führers Muammar Gaddafi, Saif al-Islam, im staatlichen Fernsehen.

Dabei werde es unter anderem um den Bau einer Schnellstraße quer durch Libyen und Projekte im Bereich Bildung und Erziehung gehen. Details zu der Kompensation nannte er ebensowenig wie die Währung für die "Milliarden". (Ein libyscher Dinar ist gut 50 Cent wert.) Italiens Regierungschef Berlusconi äußerte sich am Abend in Rom nicht dazu und sagte lediglich, er hoffe auf einen Freundschaftsvertrag mit Libyen bis Ende August.

Die Beziehungen zwischen Italien und Libyen galten seit dem Amtsantritt Gaddafis im Jahr 1969 als schwierig und haben sich erst in den vergangenen Jahren verbessert. Beide Seiten haben lange nach einer Kompensationslösung für die Kolonialpolitik Italiens gesucht, unter der auch tausende Libyer nach Italien deportiert wurden. Aktuell bezieht Italien ein Viertel seines Öls und ein Drittel seines Gases aus Libyen und italienische Unternehmen haben eine starke Position in Libyen. (apa/red)

25.7.2008 09:40