Ex-Chefermittler gibt weiter McCanns schuld: 'Beweise' in 200 Seiten starkem Buch
- Verantworten doch Eltern Maddies Verschwinden?
- Polizei hat sie wegen mangelnden Beweisen entlastet

·Fall "Madeleine"
zu den Akten gelegt
Portugiesische Behörden
stellen Ermittlungen ein
·Maddies Eltern geben
die Hoffnung nicht auf
"Werden Madeleine niemals verloren geben"
Nach Einstellung der Ermittlungen im Fall Madeleine hat der frühere portugiesische Chefinspektor in einem Buch erneut die Eltern für das Verschwinden des Mädchens verantwortlich gemacht. Goncalo Amaral hält in dem rund 200 Seiten starken Werk daran fest, dass Madeleine am Tag ihres Verschwindens am 3. Mai 2007 durch einen "tragischen Unfall" in der Ferienwohnung ihrer Eltern an der portugiesischen Algarve-Küste zu Tode kam. Sie sei von einem Sofa gestürzt, heißt es in dem Buch "A Verdade da Mentira" (Die Wahrheit der Lüge).
Die Eltern des knapp vierjährigen britischen Mädchens hätten daraufhin mit Hilfe von Freunden eine Entführung vorgetäuscht und dann die Leiche verschwinden lassen. Sie hätten somit eine Lüge konstruiert, die bis heute nicht habe widerlegt werden können. Madeleines Eltern haben bereits rechtliche Schritte gegen Amaral angekündigt, sollte er ihnen in dem Buch eine Mitschuld vorwerfen. Die Anwälte von Kate und Gerry McCann würden das Buch genau unter die Lupe nehmen, sagte Familiensprecher Clarence Mitchell.
Blut und Leichengeruch im Appartement
Zwei Spürhunde der britischen Polizei hätten in dem Appartement Blut sowie Leichengeruch festgestellt, schreibt Amaral. In dem Abschlussbericht der Ermittler heißt es diesbezüglich allerdings, das Ergebnis der Untersuchung der entdeckten DNA-Spuren sei nicht schlüssig gewesen. Der 48-Jährige kritisiert zudem, die britische Polizei habe ein halbes Jahr lang ein wichtiges Indiz zurückgehalten.
Amaral war fünf Monate nach Beginn der Ermittlungen wegen Kritik an der britischen Polizei entlassen worden. Diese sei nur solchen Hinweisen nachgegangen, die den Eltern "in den Kram passten", sagte er damals. Gerry und Kate McCann hatte er zudem beschuldigt, falsche Spuren zu legen und die Ermittler in die Irre zu führen. "Meine Entlassung war wie ein Tritt in den Hintern", sagte er kürzlich in einem Interview. Mit dem Buch habe er seinen guten Ruf wiederherstellen wollen. Für Amaral war das Verschwinden Maddies der erste ungelöste Fall in 26 Dienstjahren.
Madeleine war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienanlage in Südportugal verschwunden, im September waren ihre Eltern zu Verdächtigen erklärt worden. Die portugiesische Justiz hatte den Fall vor kurzem zu den Akten gelegt und die Eltern aus Mangel an Beweisen wieder entlastet.
(apa/red)
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