Gaddafi dreht Schweizern den Ölhahn zu:
Krise nach Verhaftung seines Sohnes in Genf
- Geschlossene Firmen und Verhaftungen in Libyen
- Schweizer Behörden dementieren gewalttätige Aktion

Nach der diplomatischen Krise zwischen Libyen und der Schweiz wegen der vorübergehenden Festnahme von Hannibal Gaddafi, dem Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar Gaddafi, in Genf hat Libyen angekündigt, seine Öllieferungen an die Schweiz "bald" einzustellen. Dies gelte ausschließlich für die Transporte der nationalen Gesellschaft.
Andere Öltanker sind davon nicht betroffen. Zudem dürfen Schiffe aus der Schweiz von nun an nicht mehr in den Häfen Libyens anlegen und werden dort auch nicht beladen. Libyen ist der wichtigste Rohöllieferant der Schweiz.
Die Genfer Kantonsregierung wies indes Vorwürfe wegen einer angeblich schlechten Behandlung von Hannibal al-Gaddafi strikt zurück. Er habe vielmehr eine "leicht bevorzugte" Behandlung genossen, hieß es. Der Genfer Regierungspräsident und Justizdirektor Moutinot stellte in Abrede, dass Gewalt von den Sicherheitsorganen angewandt worden wäre. Als Reaktion auf Vorwürfe Libyens präzisierte Moutinot, die Polizei habe weder eine Hoteltüre eingedrückt noch Hannibal Gaddafi einen Plastiksack über den Kopf gestülpt. 20 Beamte seien an dem Einsatz beteiligt gewesen, und nicht 30. Diese Anzahl sei gerechtfertigt gewesen angesichts der Leibwächter des Libyers. Einzig gegen die zwei Leibwächter sei denn auch mit Gewalt vorgegangen worden.
Lage der "Gefangenen" hat sich verschärft
Unterdessen hat sich die Lage der zwei Schweizer "Gefangenen" in Libyen verschärft. Sie wurden offiziell angeklagt und in provisorische Untersuchungshaft gesetzt. Aus dem Polizeigewahrsam wurden sie in ein Untersuchungsgefängnis gebracht. Dort müssen sie eine kleine Zelle mit 20 anderen Gefangenen teilen. Ihre Lage sei "sehr schwierig", die hygienischen Zustände in der Zelle beklagenswert, sagte der Sprecher des Schweizer Außenministeriums (EDA) am Donnerstagabend gegenüber Medienvertretern in Bern, Jean-Philippe Jeannerat.
(apa/red)
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