Serbien will Karadzic schon bald ausliefern:
Sondergericht entschied nach Einvernahme
- Ehemaliger Armeechef Mladic noch auf der Flucht
- Proteste gegen Festnahme in Belgrads Innenstadt

·Ausschreitungen
in Belgrads Stadtkern
BILDER: Polizei wird mit
Knallkörpern beworfen
·Radovan Karadzic in Belgrad geschnappt
Arbeitete perfekt getarnt als Arzt in Privatpraxis
·Radovan Karadzic
hat "nichts zu sagen"
news.at über Gedächtnis- lücken & Sprachlosigkeit
·Sein Leben: Radovan Karadzic im Porträt
Vom Mediziner zum Politiker und Dichter
·Die Anklage gegen Radovan Karadzic
Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
·Serbien: Reaktionen auf die Festnahme
Von einigen begrüßt, von anderen schwer kritisiert
·Reaktionen auf Fest- nahme international
Barroso: Wichtiger Schritt
Serbiens in Richtung EU
·KLICKEN: Presse- stimmen international
La Repubblica schreibt von "kühnem Schritt"
·"Über Nacht" einen Schritt näher zur EU
Union prüft Ratifizierung des Serbien-Abkommens
Der in Belgrad festgenommene ehemalige Präsident der bosnischen Republika Srpska, Radovan Karadzic, dürfte schon am Wochenende an das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen für Ex-Jugoslawien überstellt weden. Dies kündigte Bruno Vekaric, Sprecher des serbischen Sondergerichtes für Kriegsverbrechen, an. Ein genauer Termin könne zunächst noch nicht angegeben werden, meinte Vekaric.
Karadzic wurde gleich nach der Festnahme von einem Ermittlungsrichter des Belgrader Sondergerichtes einvernommen, der daraufhin den Beschluss fasste, dass die Voraussetzungen für seine Überstellung an das Haager Gericht erfüllt seien. Karadzic bzw. sein Anwalt haben eine dreitägige Frist, um Berufung einzulegen.
Forderungen der EU
Der französische Außenminister und EU-Ratsvorsitzende Bernard Kouchner hat klar gemacht, dass die Europäische Union von Serbien nach der Festnahme des bosnisch-serbischen Ex-Präsidenten Radovan Karadzic in Belgrad weitere Verhaftungen von Kriegsverbrechern erwartet. "Es gab eine Festnahme, aber das genügt nicht", sagte Kouchner nach einem Treffen der EU-Außenminister am Dienstag in Brüssel.
Kouchner spielte damit auf die noch flüchtigen Angeklagten des Haager UNO-Kriegsverbrechertribunals, den ehemaligen Militärchef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, und den früheren Chef der kroatischen Serben, Goran Hadzic, an. Der serbische Premier Mirko Cvetkovic hat unterdessen Mladic und Hadzic aufgefordert, sich zu stellen. "Das wird für sie wie auch das serbische Volk gleichermaßen gut sein", betonte der Ministerpräsident in einer Aussendung.
Proteste gegen Festnahme
Einige Dutzend Anhänger serbischer nationalistischer Organisationen haben indes im Stadtzentrum Belgrads gegen die Festnahme Radovan Karadzic' protestiert, wobei es auch zu Ausschreitungen kam. Die Demonstranten, die von einem großen Polizeiaufgebot auf dem Republikplatz umzingelt wurden, bewarfen die Ordnungshüter mit Stühlen aus den umliegenden Cafés und Knallkörpern. Verletzte hat es laut ersten Berichten nicht gegeben. Den Protesten schlossen sich auch der Generalsekretär der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei, Aleksandar Vucic, sowie Karadzic' Bruder Luka an.
Nach der Festnahme Karadzic' durch die serbischen Behörden hat sich EU-Erweiterungskommissar für eine schnelle Umsetzung von Handelserleichterungen der EU gegenüber Serbien ausgesprochen. Die EU sollte jetzt damit beginnen, ein entsprechendes Interimsabkommen mit Serbien umzusetzen, sagte Olli Rehn bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem serbischen Außenminister Vuk Jeremic in Brüssel.
Zurückhaltung in Russland
Russland reagierte auf die Festnahme Karadzic' hingegen zurückhaltend. Die Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers an das Haager UNO-Tribunal für Ex-Jugoslawien sei "eine innere Angelegenheit Serbiens", erklärte ein Sprecher des russischen Außenministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur RIA Novosti. Moskau hofft aber, dass der Prozess gegen Karadzic "unvoreingenommen verlaufen" werde, sagte Außenamt-Sprecher Andrej Nesterenko.
Karadzic, einer der meistgesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher, war nach offiziellen Angaben in Belgrad festgenommen worden. Er hatte offenbar jahrelang unbehelligt unter falschem Namen in Belgrad gelebt und eine alternativmedizinische Praxis betrieben.
(apa/red)
Kinderschänder07:53
33 FestnahmenErmittlungen führen zu groß angelegter Aktion gegen mutmaßliche Pädophile
Weltnichtrauchertag 201208:03
38 Prozent rauchenUmfrage in Österreich: Ein Drittel davon greift regelmäßig zum Glimmstengel
