Prozess um Fahrer von Osama Bin Laden:
Beweise gegen Hamdan zurückgewiesen
- War "höchst zwanghaften" Bedingungen ausgesetzt
- Bei Verurteilung droht Salim Hamdan lebenslang
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Der Richter im ersten US-Kriegsverbrecherprozess seit dem Zweiten Weltkrieg hat Beweismittel gegen den Angeklagten Salim Hamdan, einen ehemaligen Fahrer von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden, zurückgewiesen. Dieser sei in Afghanistan nach seiner Festnahme "höchst zwanghaften" Bedingungen unterworfen gewesen.
Militärrichter Keith Allred ließ der Anklage beim Prozessauftakt auf dem US-Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba aber die Möglichkeit, Aussagen zu verwenden, die Hamdan in dem dortigen Gefangenenlager gemacht hat. Diese sollen aber laut Hamdans Verteidigung unter Druckmitteln wie Schlafentzug und Einzelhaft zustande gekommen sein.
Der Jemenit Hamdan hatte zum Auftakt die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen und auf nicht schuldig plädiert. Sollte er wegen Verschwörung und Beihilfe zum Terrorismus verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Der Prozess dauert voraussichtlich drei bis vier Wochen.
An Straßensperre verhaftet
Hamdan wurde im November 2001 an einer Straßensperre in Afghanistan festgenommen und rund ein halbes Jahr später ins Gefangenenlager Guantanamo gebracht. Ihm wird vorgeworfen, Bin Laden dabei geholfen zu haben, sich nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA dem Zugriff der US-Behörden zu entziehen.
Derzeit sind noch rund 265 Gefangene in dem US-Lager auf Kuba als "feindliche Kämpfer" inhaftiert, die im "Krieg gegen den Terror" festgenommen wurden. Die meisten von ihnen werden bereits seit Jahren ohne Anklage festgehalten, viele von ihnen haben angegeben, misshandelt worden zu sein. (apa/red)
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