Montag, 21. Juli 2008

Welt-Aids-Kongress in Mexiko: Mammut- Treffen zwischen Wissenschaft und Politik

  • 25.000 Teilnehmer werden in Mexiko-Stadt erwartet
  • Situation ernst: Weltweit Millionen Menschen infiziert

Eine Mammutkonferenz zwischen Wissenschaft und Politik: Vom 3. bis 8. August findet in Mexiko-Stadt die 17. Internationale Aids-Konferenz statt. Erwartet werden 25.000 Teilnehmer und rund 3.000 Journalisten. Während Fachleute die neuesten Forschungsergebnisse rund um das HI-Virus diskutieren, sind die alle zwei Jahre (2010 in Wien) stattfindenden Kongresse auch jedes Mal Treffpunkt der Aids-Aktivisten aus aller Welt. Der Kongress in diesem Jahr markiert etwa die Hälfte der Zeitspanne, bis zu der weltweit möglichst alle Menschen Zugang zu Prävention, Diagnose und Therapie der HIV-Infektion bekommen sollen.

"Aids 2008" findet zum ersten Mal in Lateinamerika statt. "Der Kampf gegen die HIV/Aids-Pandemie ist derzeit mit der Herausforderung konfrontiert, bis zum Jahr 2010 das Ziel des 'universellen Zugangs' zu Prävention, Behandlung und Betreuung zu erreichen. Auf dieses Ziel hat sich die internationale Staatengemeinschaft einhellig geeinigt", heißt es in den Papieren zu dem Kongress. Der Kampf gegen Aids ist nur zum Teil Medizin selbst. Hier spielen soziale, kulturelle und vor allem finanzielle Rahmenbedingungen die größte Rolle.

Prinzipiell verbessert haben sich in den vergangenen Jahren die Behandlungsmöglichkeiten bei Aids. Nach den ersten Medikamenten (HIV-Reverse Transkriptase-Hemmer) brachte Mitte der 90er Jahre deren Kombination mit den Hemmstoffen des HIV-Enzyms Protease den Durchbruch. In den westlichen Industriestaaten sanken die Todesraten dramatisch. Vor einigen Jahren kamen die sogenannten Fusions-Hemmer, welche das HI-Virus blockieren hinzu. Zuletzt kam mit Maraviroc das erste Medikament hinzu, das auf den Zielzellen von HIV - den T-Lymphozyten - einen Co-Rezeptor besetzt, über den sich das Virus in das Zellinnere hievt.

Situation ernst
Doch weltweit ist die Situation nach wie vor ernst. Ende 2007 lebten weltweit 33,2 Millionen Menschen mit dem Aidsvirus. Südlich der Sahara, in den ärmsten Staaten der Erde mit fehlender Infrastruktur, leben fast zwei Drittel aller HIV-infizierten Menschen (22,5 Millionen).

Die Krankheit ist jedoch keinesfalls gebannt. Der Grund ist der unzureichende Zugang zu Verhütungsmittel und Medikamenten. Die UNO geht davon aus, dass sich in diesem Jahr insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen neu infiziert haben, das sind täglich 6.800 Menschen. Jeden Tag sterben 5.700 an den Folgen der Immunschwäche. Im Jahr 2007 gab es damit rund 2,1 Millionen Opfer.

Millionen Infizierte
Derzeit leben weltweit 15,4 Millionen Frauen mit dem Virus. Das sind um 1,6 Millionen mehr als die 13,8 Millionen aus dem Jahr 2001. Allein in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara sind 61 Prozent der Bevölkerung mit HIV Frauen. In der Karibik beträgt dieser Anteil 43 Prozent. Die Zahl der infizierten Männer stieg ebenfalls: von 13,7 Millionen (2001) auf 15,4 Millionen (2007). Auch die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die das Virus in sich tragen, hat sich in den vergangenen Jahren erhöht. 2001 waren es noch 1,5 Millionen, 2007 waren es bereits um eine Million mehr. Rund 90 Prozent aller HIV-positiven Kinder leben in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara.

Der 18. Welt-Aids-Kongress wird vom 18. bis 23. Juli 2010 in Wien stattfinden. 'Das Motto: "Stronger Together". Man rechnet mir 30.000 Teilnehmern und 2.500 Journalisten.

(apa/red)

21.7.2008 11:17