Sonntag, 27. Juli 2008

Dinkhauser darf ÖVP-Mitglied bleiben:
Aus VP-Rebellen 'keinen Märtyrer' machen

  • Andreas Kohl will Dinkhauser nicht 'hinausschmeißen'
  • Dinkhauser hält sich automatisch für ausgetreten

Selbst bei einer bundesweiten Kandidatur seines "Bürgerforums" bei der Nationalratswahl wird Fritz Dinkhauser nicht aus der ÖVP ausgeschlossen. Man wolle aus dem früheren Tiroler AK-Chef keinen "Märtyrer" machen, sagte ÖVP-Seniorenchef Andreas Khol zur APA: "Ich glaube, das wird ein schlampiges Verhältnis. Man schmeißt ihn nicht hinaus, weil man niemanden hinausschmeißt und keine Märtyrer macht."

Dinkhauser selbst vertritt laut Khol die Meinung, dass er mit der Gründung seiner neuen Partei automatisch die ÖVP-Mitgliedschaft verloren hat. "Ich glaube das nicht. Ich glaube, er ist ÖVP-Mitglied und ich bin überzeugt, dass ihn die ÖVP nicht hinauswerfen wird", betont Khol. Man dürfe Reisende nicht aufhalten und müsse tolerant sein. Selbst wenn Dinkhauser seine Beitragszahlungen einstellen sollte, wäre kein automatischer Verlust der Parteimitgliedschaft vorgesehen, sagt Khol.

Karl Nowak von der Liste "Rettet Österreich" ist weiterhin bestrebt, eine Listengemeinschaft mit Dinkhauser zu bilden. Auf Anfrage der APA sagte Nowak, "es gibt noch Gespräche mit Dinkhauser. Definitiv wird es Montag abend klar sein". Er würde jedenfalls ein gemeinsames Antreten vorziehen: "Wir sind generell der Meinung, dass ähnliche Gruppe, die gemeinsam antreten, mehr erreichen können. Aber von unseren Grundsätzen werden wir nicht abrücken".

Unklar ist auch noch, ob die Ärztegruppe "Die Weißen" ebenfalls die Dinkhauser-Gruppe unterstützen oder eigenständig kandidieren. Von der Weißen-Führung war am Sonntag vorerst niemand erreichbar.
(apa/red)

27.7.2008 11:29