Sonntag, 20. Juli 2008

Budget-Hotel statt Luxusjet: FORMAT über die neuen günstigen Lifestyle-Hotels Aqi

  • List-Gruppe gründen zusammen mit TUI Hotelkette
  • Der Prototyp entsteht im steirischen Schladming

Die österreichische List-Gruppe geht unter die Hoteliers. Gemeinsam mit TUI wird eine neue preisgünstige Lifestyle-Hotelkette namens Aqi ins Leben gerufen.

Üblicherweise stattet die List-Gruppe aus Niederösterreich teure Hotels und Kreuzfahrtschiffe aus. Millionären und Milliardären richtet die Firma deren private Luxusyachten und Jets ein - mit noblem Interieur aus eigener Fertigung. Jetzt startet das Familienunternehmen der drei List-Brüder aus Edlitz selbst in die Hotellerie. Mit dem deutschen Touristikriesen TUI wurde ein Joint-Venture gegründet, das sich den Bau einer Kette preisgünstiger Ferienhotels unter der Marke Aqi zum Ziel gesetzt hat. Die Österreicher steigen damit auch groß ins Reisegeschäft ein.

Die Polarisierung der Märkte teilt auch die Hotellerie in zwei Lager: Luxus-Häuser bringen Prestige und eine kaufkräftige Klientel, aber den Betreibern kaum Gewinn. Budget-Herbergen versprechen hingegen deutlich höhere Margen. Oft klebt an budgetfreundlichen Hotels allerdings noch das Image von überfüllten Jugendherbergen im Sperrholz-Schick. In den Städten ist der Imagewandel teilweise schon gelungen. TUI und List wollen das jetzt auch bei Ferienhotels umsetzen.

Budget goes Lifestyle.
"Durch unsere Erfahrung - wir haben bereits 150 Hotelprojekte betreut - können wir genau kalkulieren, wie groß ein Zimmer sein und was es können muss. Jeder Quadratmeter mehr bedeutet höhere Zimmerpreise", weiß Martin Domenig, Geschäftsführer der TourConsult. Konzentration auf das Wesentliche heißt die Devise: 107 Zimmer à 23 Quadratmeter, ein Restaurant, eine Bar sowie verschiedene Saunen, darunter eine Sky Sauna auf der Außenterrasse, wird das erste Aqi-Hotel haben. Die Woche ist inklusive Frühstück um 343 Euro zu haben - Halbpension kann dazugebucht werden.

Hoffnung Ski-WM
Die Eröffnung des Hotels im Wintersportort Schladming wird noch vor den Weihnachtsferien 2008 erfolgen. Die Eigentümer, der Betreiber TUI und die Tourismusverantwortlichen der Region streben aber einen ganzjährig geöffneten Betrieb an. In der Nebensaison soll das Konferenz- und Incentive-Geschäft gefördert werden. "Wir verfügen zwar über keine entsprechenden Räumlichkeiten, befinden uns aber gegenüber dem Veranstaltungszentrum Schladming", berichtet Domenig. Große Hoffnungen setzt man auf die Ski-WM, die 2013 in Schladming stattfinden wird.

Ein Vorläufer des Konzeptes von TUI und List sind CUBE-Hotels, die auf ein urbanes Publikum und Entertainment rund um die Uhr setzen. Dahinter steht Rudolf Tucek, CUBE-Gründer und CEO der Vienna International Hotelmanagement AG. Er hat vor vier Jahren die ersten Anläufe in der sogenannten Budget-Design-Ferienhotellerie unternommen. Mittlerweile gibt es drei Häuser der Marke: Am Nassfeld, in Biberwier-Lermoos sowie im schweizerischen Savognin. Tucek meint zur Auslastung seiner Häuser: "Zufriedenstellend, aber ausbaufähig". Auch CUBE hat internationale Ambitionen: Neben der Ukraine, wo bis 2010 ein Hotel entstehen wird, kündigt Tucek weitere Standorte in Österreich und Deutschland an.

Auch Scheich Al Jaber mischt mit
In der Kategorie der Lifestyle-Ferienhotels siedelt auch Österreichs Parade-Scheich Al Jaber sein jüngstes Projekt an. Seit vergangener Woche ist er Mehrheitseigentümer des Kufsteiner Sportartikelherstellers Kneissl. Die Marke Kneissl will Al Jaber mit seinem Hotellerie-Know-how in den Kneissl Sport Resorts zusammenführen. Als potenzielle Destinationen stehen Tirol und Kärnten am Programm. Ob Marke und Philosophie von Kneissl, gepaart mit den Petro-Dollars von Al Jaber, ausreichen, um eine Renaissance des traditionsreichen Labels zu schaffen, muss sich aber erst zeigen.

Rudolf Tucek freut sich jedenfalls über die Ausweitung von Lifestyle-Herbergen in den heimischen Alpen: "Erfreulich ist, dass sich die Idee hinter CUBE nunmehr durch die Ankündigungen von TUI und Kneissl zu einer breiten Produktpalette für den Kunden entwickelt. Wir sehen dies als Bestätigung und Kompliment für uns."

Die ganze Story lesen Sie im FORMAT Nr. 29

20.7.2008 07:46