Montag, 21. Juli 2008

Eine international bedenkliche Entwicklung:
Immer mehr Kinder erkranken an Asthma

  • Auch Zahl der Neurodermitiker ist weltweit gestiegen
  • Besonders häufig in Großbritannien, Neuseeland, USA

Eine international ausgesprochen bedenkliche Entwicklung: Immer mehr Kinder leiden an Asthma, Heuschnupfen und/oder Neurodermitis (atopische Dermatitis). In den vergangenen Jahren zeigte der Trend nach oben - auch in Österreich. Das ergab die weltweite ISAAC-Untersuchung unter Beteiligung von rund 500.000 Kindern und Jugendlichen.

"Insgesamt zeigt sich eine Zunahme der Häufigkeit bei allen drei untersuchten Erkrankungen in Österreich. Wir können aber nicht wirklich zuordnen, woran das liegt. Eine der möglichen Ursachen kann auch die gesteigerte Aufmerksamkeit der Ärzte für Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis sein. Wenn weltweit nach diesen Erkrankungen gesucht wird, tendieren die Ärzte auch dazu, sie mehr zu diagnostizieren", erklärte der Österreich-Beauftragte der ISAAC-Studie, Gerald Haidinger von der Medizinischen Universität Wien.

Kinder stark betroffen
Im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung - sie wurde erstmals 1995 bis 1997 durchgeführt und in den Jahren 2002 bis 2003 in einer dritten Phase wiederholt - hat man die Eltern von 193.404 Kindern in 36 Staaten der Erde zu allfälligen Symptomen ihrer Kinder befragt. Hinzu kam eine ähnliche Aktion bei 304.679 Kindern im Alter zwischen 13 und 14 Jahren in 56 Ländern. In Österreich umfasste das Sample Tausende Kinder aus der jüngeren Altersgruppe (sechs bis sieben Jahre) sowie um die 1.500 Zwölf-bis 14-Jährige.

Asthma am schwerwiegendsten
Insgesamt sind in Österreich laut der Erhebung rund 20 Prozent der Kinder von diesen Erkrankungen betroffen. Asthma ist wohl am schwerwiegendsten. Es gibt auch eine starke genetische Komponente. Österreich liegt mit diesen Daten eher im unteren Mittelfeld im Ländervergleich. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass Asthma, atopische Dermatitis und Heuschnupfen besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen aus dem angelsächsischen Kulturkreis (Großbritannien, Neuseeland, USA) auftreten. So wurde im Rahmen der neuen ISAAC-Studie eine Häufigkeit von Asthma von 20,9 Prozent bei den britischen Kindern erhoben (ehemals 18,4 Prozent). Heuschnupfen haben 10,1 Prozent (9,8 Prozent) und Neurodermitis 16 Prozent (13 Prozent). (apa/red)

21.7.2008 08:59