Mittwoch, 16. Juli 2008

Arbeitslosigkeit ist schlecht für Gesundheit:
Betroffene achten weniger auf Wohlbefinden

  • Leute ohne Job rauchen mehr & sind oft übergewichtig
  • Nehmen seltener Vorsorgeuntersuchung in Anspruch

Arbeitslosigkeit und geringe schulische Bildung beeinflussen das Gesundheitsverhalten. Das ist das Ergebnis der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/2007. In den betroffenen Bevölkerungsschichten sind Risikofaktoren wie Rauchen und extremes Übergewicht häufiger, Vorsorgeuntersuchungen seltener anzutreffen.

Männer ohne eine über den Pflichtschulabschluss hinausgehende schulische Bildung rauchen doppelt so häufig (35 Prozent) wie jene mit Matura und Hochschulabschluss (17 Prozent). Bei den Frauen fällt die Differenz zwischen Raucher (27 Prozent) und Nichtraucher (17 Prozent) etwas geringer aus.

Der Griff zur Zigarette
Auch die Lebenssituation wirkt sich auf das Gesundheitsverhalten aus, wie der Unterschied zwischen erwerbstätigen und arbeitslosen Rauchern beweist: 32 Prozent bzw. 46 Prozent der Männer greifen zum Glimmstängel. Bei den Frauen rauchen 44 Prozent der Arbeitslosen und 26 Prozent mit Job.

Risikofaktor Übergewicht
Ein ähnliches Bild zeigt die unter 15.500 Österreichern durchgeführte Befragung beim Risikofaktor "Übergewicht". Hier ist der Unterschied bei den Frauen besonders ausgeprägt: Jene mit Pflichtschulabschluss bringen mit 19 Prozent 2,6 Mal häufiger viel zu viele Kilos auf die Waage, wie jene mit Matura und darüber hinausgehender Bildung (7 Prozent). Bei den erwerbstätigen Frauen sind 9 Prozent extrem übergewichtig, bei den Arbeitslosen hingegen 22 Prozent.

Gesundheitsvorsorge vernachlässigt
Hinsichtlich der Prävention lassen die schulisch besser gebildeten Personen mehr Sorgfalt walten. 54 Prozent der über 40-jährigen Männer mit Matura und Hochschulabschluss setzen auf PSA-Tests zur Früherkennung von Prostatakrebs. Bei den über 40-jährigen Frauen gehen 77 Prozent zur Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung. Bei Österreichern, die lediglich einen Pflichtschulabschluss besitzen, sind es hingegen nur 38 Prozent beziehungsweise 57 Prozent. (apa/red)

16.7.2008 16:39