Mittwoch, 16. Juli 2008

Nicht jeder Alkoholiker prädestiniert für
Delirium tremens: Risiko genetisch bedingt

  • Neurotransmitter Glutamat spielt bedeutende Rolle
  • Folgen: Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörung

Eine genetische Veranlagung steigert möglicherweise das Risiko für Alkoholabhängige, ein Delirium tremens zu erleiden. Der Wissenschaftler Ulrich Preuss vom Universitätsklinikum Halle konnte nachweisen, dass eine Variante des Neurotransmitters Glutamat bei Patienten mit Delirium tremens häufiger auftritt als bei Alkoholabhängigen ohne, wie das Uniklinikum mitteilte.

Als Neurotransmitter überträgt Glutamat die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen. Alkohol hemmt den Stoff, wodurch die Informationsübermittlung in den Nervenzellen gestört ist. Schwere Entzugssyndrome bei Alkoholkranken münden in manchen Fällen in ein Delirium tremens. Es ist charakterisiert durch gleichzeitig bestehende Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens sowie des Gedächtnisses und ist potenziell lebensbedrohlich. (apa/red)

16.7.2008 11:58