SPÖ-Chef Werner Faymann zu NEWS: "VP betreibt in Ausländerpolitik Aufhetzung"
- Faymann kontert Molterers Absage an große Koalition
- Klare Kampfansage gegen Rechts im NEWS-Interview

FAYMANNS KURSWECHSEL. Die Wahlkampfpläne des SP-Chefs & sein Überraschungsangriff im NEWS-Interview.
In wenigen Wochen genauer gesagt am 8. August an dem Tag, an dem die Olympischen Spiele in Peking starten, fällt auch der Startschuss für seinen Wahlkampf. Dann will SP-Spitzenkandidat Werner Faymann im Design Center in Linz zum zehnten roten Parteivorsitzenden gewählt werden und noch am selben Tag in den Wahlkampfring steigen.
Ein früher Start die ÖVP beginnt ihren offiziellen Wahlkampf erst Anfang September , der freilich bitter nötig ist. Der über Jahre hinweg so erfolgsverwöhnte Wiener Ex-Wohnbaustadtrat hat schließlich eine krisengeschüttelte Partei übernommen und nur noch bis zum
28. September Zeit, um den verunsicherten Wählern den angeschlagenen roten Tanker doch noch einmal schlagkräftig erscheinen zu lassen. Faymanns anderer Wahlkampf. Der ehrgeizige Infrastrukturminister will für seine Partei jedenfalls wieder die Goldmedaille erringen und dann selbst Bundeskanzler einer rot-schwarzen Regierung werden. Kein leichtes Unterfangen.
In sämtlichen Umfragen liegt die SPÖ derzeit nur bei 26 bis 28 Prozent auf Nummer zwei hinter der ÖVP (3233 Prozent). Entschieden ist das Rennen um Platz eins freilich längst noch nicht. Und so will Faymann zunächst bis zum Parteitag die Reihen seiner unzufriedenen Länderorganisationen schließen, und danach quer durch Österreich tingeln, um möglichst viele Wähler anzusprechen. Auf altbewährte Kampfgenossen und Wahlstrategen verzichtet er diesmal. Der US-Wahlkampf-Guru Stanley Greenberg wird diesmal die SPÖ nicht beraten, Young-&-Rubicam-Chef Luigi Schober wird zudem nicht mehr für die rote Werbelinie verantwortlich sein. Faymann will schließlich mit einem neuen Wahlkampfstil punkten, wie er es selbst nennt.
Während Greenberg und Schober im Wahlkampf 2006 die aggressive Negative-Campaigning-Linie Alfred Gusenbauers vorgaben, möchte Faymann gänzlich darauf verzichten. Er wolle sich als künftiger Kanzler staatstragend darstellen, berichten rote Strategen. Faymann setzt dabei auch stark auf die Fernsehduelle, die er möglichst selbst wahrnehmen wolle. Auch gegen den rabiaten FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache will der harmoniebetonte Mensch (Faymann über Faymann) persönlich im ORF antreten. Seine enge Vertraute und Wahlkampfmanagerin Doris Bures lässt derzeit relevante Themen via Meinungsforschung prüfen. Zudem hat sie 100 Mitarbeiter in der roten Wahlkampfzentrale in Stellung gebracht, um den SP-Wahlkampf kommunikativ und organisatorisch zu begleiten. Im NEWS-Gespräch zeigt sich Bures jedenfalls optimistisch, dass die SPÖ auch im Hochsommer Wahlkampf betreiben könne: Es ist ein großer Irrtum, zu glauben, dass im Sommer keiner da ist. Es gibt große Feste und auch Messen, die wir nutzen werden. Auch sie betont, dass wir uns sicher nicht am Schmutzkübelwahlkampf der ÖVP beteiligen werden.
Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS-Magazin 29/2008
