Mittwoch, 16. Juli 2008

Raiffeisen gründet eine Bank in Kasachstan:
Fokus auf Firmenkunden, erst später Filialen

  • Neustart nach Rückzug aus Kasachstan vor 2 Jahren
  • Raiffeisen größte westliche Bankgruppe in der GUS

Vor zwei Jahren hat sich Raiffeisen International (RI) aus einer Bankbeteiligung in Kasachstan zurückgezogen, jetzt fasst die börsenotierte Ostbankenholding der RZB-Gruppe abermals in dem Land Fuß. Diesmal mit der Neugründung einer Bank.

RI-Chef Herbert Stepic beabsichtigt, in Kasachstan eine Tochterbank zu errichten. Der Antragsprozess sei bereits in Vorbereitung, wurde mitgeteilt. Die neue Tochter wird ihren Sitz in Almaty haben. Sie soll ihre Tätigkeit im Jahr 2009 aufnehmen. Schwerpunkt ist vorerst das Firmenkundengeschäft, dann sollen Filialen und damit schrittweise das Privatkundengeschäft dazukommen.

Stepic hat den kasachischen Markt lang nach neuen Einstiegsmöglichkeiten sondiert: "Kasachstan ist aufgrund seines wirtschaftlichen Potenzials und des stabilen politischen Umfelds ein attraktiver Markt. Wir beobachten diesen Markt seit langem und meinen, dass es sich jetzt um einen guten Zeitpunkt für diesen Schritt handelt."

Raiffeisen größte westliche Bankergruppe in GUS
In Kasachstan hat Raiffeisen aktuell auch eine Leasinggesellschaft, die 2005 gegründet wurde. Die neue Bank in Kasachstan wird die vierte Tochterbank in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) sein. Raiffeisen ist nach eigenen Angaben die größte westliche Bankengruppe in Russland, der Ukraine und Weißrussland.

Von 2001 bis Mitte 2006 hielt Raiffeisen International eine Minderheitsbeteiligung an der Bank TuranAlem, der zweitgrößten Bank des Landes. Da eine Aufstockung des damaligen Anteils von 7,7 Prozent auf eine Mehrheitsbeteiligung nicht möglich war, verkaufte die Raiffeisen International ihre Beteiligung im August 2006, was damals etwas mehr als 100 Mio. Euro einbrachte.
(apa/red)

16.7.2008 11:02