Montag, 14. Juli 2008

Telekom Austria schweigt zu Stellenabbau: Angeblich sind 1.700 Arbeitsplätze gefährdet

  • Gespräche mit Betriebsrat sind noch im Laufen
  • Betriebsratschef möchte um jede Stelle kämpfen

Die Telekom Austria will den kolportierten Abbau von 1.700 Stellen im heurigen Jahr und 2009 weder bestätigen noch dementieren. "Solange Gespräche mit dem Betriebsrat am Laufen sind, können wir nichts kommentieren", sagte ein TA-Sprecher. TA-Betriebsrats-Chef Kolek "weiß überhaupt nicht, woher die Zahl 1.700 kommt". Auch er konnte nichts Konkretes sagen.

Kolek möchte aber um "jeden Arbeitsplatz kämpfen", selbst wenn 100 Mitarbeiter gehen müssten, wäre das noch zu viel. Die Telekom Austria müsse dem Betriebsrat beweisen, dass die Arbeitsplätze und vor allem die Tätigkeiten wegfallen. Von einer "Beamtenabschiebungsagentur" hält der TA-Betriebsrat nichts. Sollten die Beschäftigten tatsächlich abgebaut werden, müsse unbedingt für soziale Absicherung gesorgt werden. Gedacht sei hierbei an höhere Abfertigungen, ein Vorruhestandsmodell, Karenzierungen sowie eine Arbeitsstiftung.

Generell müssten aber zuerst die Verträge mit Leasing-Arbeitskräften aufgelöst werden, bevor Beamte oder Angestellte gehen, so Kolek. Ein Leasing-Arbeiter sei eine "prekäre Arbeitskraft", die eingesetzt wird, um Spitzen abzudecken. Die Arbeiter würden das wissen.

Telekom-Mitbewerber Silver Server hat heute die Schaffung einer eigenständigen staatlichen Netzgesellschaft vorgeschlagen. Anstatt in dem angedachten "Beamtenpool" oder in einer angedachten "Arbeitsagentur" der ÖIAG einer ungewissen Zukunft entgegen zu sehen, ließen sich Erfahrung und Know-how der beamteten, langjährigen TA-Mitarbeiter in einer Netzgesellschaft sinnvoll weiter nutzen, hieß es. Das würde nicht nur den Betroffenen, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort Vorteile bringen. Silver Server sieht die Lösung des heimischen "Infrastruktur-Dilemmas" in der funktionalen Trennung von Infrastruktur und Dienstanbieter. (apa/red)

14.7.2008 20:02