Übernahmeschlacht um Continental:
Schaeffler plant eine feindliche Übernahme
- Über Optionen bereits Zugriff auf 36 Prozent
- Schaeffler bietet Aktionären 69,37 Euro pro Aktie

Der deutsche Familienkonzern Schaeffler unter der Führung der gebürtigen Wienerin Maria-Elisabeth Schaeffler will den weltweit viertgrößten Autozulieferer Continental für mehr als 11 Mrd. Euro übernehmen. Das Unternehmen biete den Conti-Aktionären mindestens 69,37 Euro für ihre Anteilscheine, teilte Schaeffler mit.
Das Unternehmen strebe eine strategische Beteiligung von mehr als 30 Prozent an Conti an, aber nicht notwendigerweise eine Mehrheit, teilte Schaeffler mit. Die Gruppe verfüge bereits über 2,97 Prozent der Conti-Aktien, ferner über Finanzinstrumente, die zum Erwerb von Conti-Aktien in Höhe von 4,95 Prozent berechtigten. Außerdem habe Schaeffler in bar zu erfüllende Swap-Geschäfte über rund 28 Prozent der Aktien abgeschlossen. Diese Geschäfte seien nicht meldepflichtig. Die Finanzierung des Übernahmeangebots für den Erwerb aller Aktien sei gesichert. Continental reagierte zunächst reserviert. "Wir prüfen das Übernahmeangebot und melden uns zu gegebener Zeit mit gegebenen Mitteln", sagte ein Sprecher. Das Unternehmen wehrte sich zuvor gegen eine Übernahme und hat die Finanzaufsicht eingeschaltet.
Die beiden Unternehmen passten gut zueinander, erklärte Schaeffler. Dies biete beiden die Chance, "von Deutschland aus global noch erfolgreicher zu sein und auch Arbeitsplätze an deutschen Standorten zu sichern". Es werde keine Zerschlagung von Conti und keinen Verlust von Arbeitsplätzen geben. Das Unternehmen solle auch künftig an der Börse notiert sein. "Schaeffler unterstützt die Strategie von Continental ausdrücklich, auch in Bezug auf das Reifengeschäft", sagte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger. Der Fokus liege auf der Kombination der Stärken beider Unternehmen. Schaeffler biete Conti als langfristig orientierter Großaktionär Stabilität und Sicherheit. Arbeitsplätze sollen nicht gestrichen werden. Conti soll als eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Hannover erhalten bleiben.
Investoren rechnen offenbar mit einem höheren Offert: Der Aktienkurs zog nach Veröffentlichung des Angebots um über zwölf Prozent auf bis zu 74 Euro an und lag damit deutlich über dem Gebot.
(apa/red)

