Montag, 21. Juli 2008

'Teamchef wird sich deutsch verständigen':
Alfred Ludwig über die Trainerkandidaten

  • ÖFB-General: "Machbare Lösungen sind gefunden"
  • Neuer Teamchef wird bis Ende Juli präsentiert werden

Wer wird Nachfolger des nach der EURO 2008 zurückgetretenen Josef Hickersberger? Seit 24. Juni beschäftigt ganz Fußball-Österreich diese Frage, die bis spätestens Ende Ende Juli vom ÖFB nach Abstimmung mit der Bundesliga beantwortet wird. "Die grobe Arbeit ist abgeschlossen, machbare Lösungen sind gefunden. In der nächsten Woche werden im engsten Kreis die Abschlussgespräche geführt", sagte ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig.

Die beste Lösung werde dann im Einvernehmen mit der Bundesliga bis spätestens in der 31. Kalenderwoche präsentiert, in zehn bis zwölf Tagen sei alles klar, meinte Ludwig im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. Vorher würde Bundesliga-Präsident Martin Pucher alles in seinem Haus besprechen, denn der neue Teamchef brauche die Liga, um seine Konzepte umzusetzen und arbeite mit ihr zusammen. "So ist die Bestellung auch das letzte Mal geschehen, wenngleich damals der Zeitpunkt vor dem Europacup-Spiel des von Hickersberger betreuten SK Rapid gegen Juventus Turin nicht glücklich gewählt war."

Ludwig, der im Laufe seiner langen ÖFB-Amtszeit seit 1981 schon viele Teamchef-Wechsel miterlebt hat, geht davon aus, dass der neue Mann sich "deutsch verständigen kann" und er ist überzeugt, dass es einer sein wird, "für den sich der ÖFB nicht genieren muss". Der Ex-Sportjournalist, der am 26. Juli seinen 58. Geburtstag feiert, bestätigte Gespräche mit dem Deutschen Mirko Slomka, der als eine der möglichen Varianten gegolten hatte, und erklärte dazu: "Vom ÖFB hat aber niemand gesagt, dass er Teamchef wird."

Teamchef-Suche keine finanzielle Frage
Der ÖFB-"General" wies nochmals darauf hin, dass die Wahl des neuen Teamchefs keine finanzielle Frage sei. "Es ist nicht unsere Intention, wegen ein paar Euro einen guten Kandidaten fallen zu lassen. Wir haben noch nie eine Teamchef-Entscheidung nicht getroffen, nur weil wir das Monatsgehalt des Trainers nicht hätten zahlen können", erklärte Ludwig, für den die Suche voll im Plan ist. Die Zeit dränge nicht. Fix ist, dass am 20. August in Nizza gegen Weltmeister Italien das erste Länderspiel auf dem Programm steht und am 6. September mit dem Heimspiel gegen Vizeweltmeister Frankreich die WM-Qualifikation beginnt.

In einer Umfrage, die das Marktforschungsinstitut "psychonomics AG" im Juli durchgeführt hat, sprachen sich 27 Prozent der Österreicher für einen internationalen Trainer als ÖFB-Teamchef aus. Für Andreas Herzog, den bisherigen Assistenten Hickersbergers stimmten 16 Prozent. Für Hans Krankl sprach sich 13, für Walter Schachner, Dietmar Constantini und Herbert Prohaska je 5 und Kurt Jara 3 Prozent aus. 26 Prozent ist "Hickes" Nachfolger egal.
(apa/red)

21.7.2008 16:12