Christian Fuchs will links für Druck sorgen:
Neo-Bochumer setzt auf offensive Stärken
- ÖFB-Spieler übernimmt bei Bochum linke Abwehrseite
- Rautensystem erlaubt Fuchs offensiv viel Spielraum
VfL-Bochum-Legionär Christian Fuchs muss noch genau einen Monat warten, bis am 16. August in Karlsruhe der Anpfiff für seine erste Saison in der deutschen Fußball-Bundesliga erfolgt. Der ÖFB-Teamspieler hat mit seinem neuen Arbeitgeber das Trainingscamp in Walchsee/Tirol hinter sich gebracht, im Gespräch mit der APA sprach Fuchs über seine ersten Eindrücke und Erwartungen mit dem Traditionsclub aus dem Ruhrpott, aber auch über die rot-weiß-rote Teamchefsuche.
Während des zehntägigen Vorbereitungslagers der Bochumer in Tirol stand unter Chefcoach Marcel Koller natürlich vor allem die körperliche Fitness im Vordergrund, aber zur Freude von Fuchs und Co. kam auch die Arbeit mit dem Ball nicht zu kurz. Fuchs zog eine zufriedene Camp-Bilanz, der 22-Jährige ist seinem Ziel Stammplatz einen Schritt näher gekommen: "Mir ist es sehr gut gegangen, ich bin verletzungsfrei geblieben, habe mich gut präsentiert und alles gegeben. Und auch die Leistungen in den beiden Testspielen waren meiner Ansicht nach okay."
Beim 2:3 am 11. Juli in Wörgl gegen Besiktas Istanbul spielte der Niederösterreicher bis zur Pause und beim 1:3 gegen den rumänischen Meister CFR 1907 Cluj in Kirchdorf in Tirol war Fuchs in den zweiten 45 Minuten im Einsatz. Sein Schweizer Trainer Koller plant Fuchs als linken Teil der VfL-Abwehr-Viererkette ein. Da die Blau-Weißen mit einer Mittelfeld-Raute spielen, werden die Außenverteidiger offensiv für viel Dampf sorgen müssen.
"Sein Training macht Spaß"
"Das taugt mir, das ist genau meines. Die Offensive ist meine Stärke", freut sich Fuchs über das Spielsystem von Koller, den er als "sehr positiv, sehr konsequent, sehr kompetent" beschrieb. "Sein Training macht Spaß". Die vergangene Saison hat Bochum mit 41 Punkten im sicheren hinteren Mittelfeld auf Rang zwölf abgeschlossen, diesmal wurden als Saisonziel 45 Zähler ausgegeben, damit würde man wohl einem einstelligen Tabellenplatz sehr nahe kommen.
Zu den Unterschieden, die bisher im Vergleich zu Österreich und Mattersburg aufgefallen sind, meinte Fuchs: "Die Übungen im Training sind eigentlich gleich wie in Mattersburg. Aber punkto Tempo und Spielerqualität ist doch ein Unterschied zu erkennen." Auch Club und Umfeld seien natürlich mindestens eine Nummer größer als im Burgenland. "Der Personenaufwand ist vergleichbar mit dem ÖFB-Team." Die Integration im Team fiel Fuchs leicht, im Trainingslager teilte er sich ein Zimmer mit dem 20-jährigen Verteidiger Patrick Fabian. "Aber ich verstehe mich mit allen gut."
"Österreichischer Fußball wird heißere Aktie"
Die Tatsache, dass es immer mehr ÖFB-Kicker ins Ausland zieht, freut Fuchs ganz besonders. "Das ist extrem förderlich fürs Team, das kann nur gut sein, auch für den Ruf des ÖFB. Der österreichische Fußball wird schon bald wieder eine heißere Aktie sein."
Fuchs hofft, dass sein von Rapid nach Frankfurt übersiedelter ÖFB-Kollege Ümit Korkmaz nach dem erlittenen Mittelfußbruch bald wieder fit wird. "Ich würde mich freuen, wenn wir auf der Außenbahn im direkten Duell aufeinandertreffen." Bis dahin hat Korkmaz noch genügend Zeit, das erste Saisonduell zwischen Bochum und Frankfurt findet erst im Dezember statt.
(apa/red)

