Dienstag, 15. Juli 2008

Kasachen sollen kein Stolperstein werden:
Austria reist für UEFA-Cup nach Kostanaj

  • Kasachischer Club weist Österreich-Erfahrung vor
  • Tobol Kostanaj ist fix in nationaler Spitze etabliert

Paris, Mailand oder Valencia sind für die Wiener Austria noch ferne Zukunftsmusik, wenn die Mannschaft ins entfernte Kasachstan aufbricht. In der ersten Quali-Runde des Fußball-UEFA Cups wartet mit dem FC Tobol Kostanaj der aktuelle Cupsieger und Tabellenführer der "Premier League" auf die Violetten. Für den Club aus dem Norden des zentralasiatischen Staates ist es nicht das erste Aufeinandertreffen mit einem österreichischen Vertreter.

Bereits in der Europacup-Saison 2003/04 ging es für den SV Pasching in der dritten UI-Cup-Runde über 3.300 Luftkilometer gen Osten. Die damals vom nunmehrigen Ex-Austria-Coach Georg Zellhofer betreuten Oberösterreicher siegten nach achtstündiger Anreise 1:0 und schafften mit einem 3:0 im Rückspiel den Aufstieg. Die Austria, die mit einem Charter-Flug rund viereinhalb Stunden in die 220.000-Einwohner-Stadt nahe der russischen Grenze reist, wäre mit solchen Resultaten zufrieden.

Neben Pasching spielte erst im vergangenen Jahr mit dem SV Mattersburg ein weiterer österreichischer Vertreter gegen einen kasachischen Vertreter. Die Burgenländer schafften in der ersten UEFA-Cup-Quali-Runde gegen Aktobe Lento nur mit viel Glück den Aufstieg. Nach einer 0:1-Niederlage in Kasachstan gelang im Pappelstadion erst in der 93. Minute per Freistoß ein 4:2-Erfolg.

Kostanaj in nationaler Spitze etabliert
Kostanaj ist Gründungsmitglied der kasachischen Liga und beendete in der Ganzjahresmeisterschaft die vergangenen sechs Spielzeiten konstant unter den besten drei Teams der Liga. Derzeit liegt der 1967 als "Automobilist Kostanaj" gegründete und nach dreimaligen Umtaufung 1995 nach dem Fluss Tobol benannte Club an der Tabellenspitze. In 17 Spielen gab es 9 Siegen, 7 Remis und nur eine Niederlage. Im Vorjahr war der Club trotz am meisten geschossener Tore (60) mit acht Punkten Abstand zum Meister Aktobe Lento Tabellenzweiter geworden.

Am Wochenende spielte man unter der Beobachtung eines Austria-Spions gegen Kairat Almaty 1:1. "Sie haben sich sehr selbstbewusst präsentiert, früh attackiert. Auch nach einem Ausschluss haben sie offensiv gespielt. Es bleibt die Frage, ob sie auch gegen uns so spielen werden", meinte Austria-Trainer Karl Daxbacher, der von einem Freund informiert wurde. Es gebe einige interessante Spieler in den Reihen des Gegners.

Im Team um Coach Dmitri Ogai, in dem mehrere Akteure Erfahrung aus der russischen Liga haben, stehen fünf aktuelle kasachische Teamspieler und vier Legionäre. Der moldawisch-rumänische Doppelstaatsbürger Golban gilt mit acht Liga-Treffern als Gefahrenherd, im Angriff unterstützt wird er voraussichtlich von Kapitän Schumaskaljew.

Kasachstan im FIFA-Ranking sogar hinter Österreich
Im Vergleich mit Österreich zieht Kasachstans 1992 gegründetes Nationalteam den Kürzeren. Im FIFA-Ranking liegen die Osteuropäer auf Rang 124. Zuletzt beendete man die EM-Quali in einer Gruppe mit Österreichs EURO-Gruppengegner Polen und Portugal als Sechster von acht Mannschaften, größter Erfolg war ein 2:1 gegen Österreichs kommenden WM-Quali-Gegner Serbien.
(apa/red)

15.7.2008 14:24