Mittwoch, 16. Juli 2008

Tour de France mit zweiter Doping-Affäre:
Moises Duenas Nevado fuhr mit EPO-Power

  • Nach Manuel Beltran wieder ein spanischer Radfahrer
  • Verbotene Substanzen in Nevados Zimmer entdeckt

Die Tour de France 2008 hat ihre zweite Doping-Affäre. Nach dem Spanier Manuel Beltran (Team Liquigas) wurde bekannt, dass bei dem Spanier Moises Duenas Nevado (Team Barloworld) nach der vierten Etappe, dem Einzelzeitfahren in Cholet, in der A-Probe ebenfalls EPO nachgewiesen worden war. Das gab die Tourleitung vor dem Start der elften Etappe in Lannemezan bekannt.

Das Team Barloworld, dem auch der nicht an der Tour teilnehmende Steirer Christian Pfannberger angehört, zog den 27-jährigen Berg-Spezialisten aus dem Rennen zurück. Duenas hatte bei den bisherigen zwei Bergankünften die Ränge sieben (Super Besse) und elf (Hautacam) belegt, in der Gesamtwertung war er 19. mit 6:43 Minuten Rückstand.

"Mit diesem Problem muss jetzt jedes Radsport-Ereignis kämpfen. Wir finden die Betrüger", kommentierte Tour-Direktor Christian Prudhomme die zweite Hiobsbotschaft dieser Rundfahrt. Um 9.00 Uhr früh rückten 30 Polizeibeamte beim Hotel Rex an, durchsuchten Duenas' Zimmer und nahmen den Profi anschließend mit auf das Revier, wo er stundenlang verhört wurde. Bei der Durchsuchung wurden verbotene Substanzen sichergestellt. Der Team-Arzt habe dem 27-Jährigen die Medikamente nicht verschrieben. "Wir sind absolut fassungslos über das, was geschehen ist, und über das Verhalten unseres Fahrers", sagte Barloworld-Manager Claudio Corti.

Nach Angaben von Pierre Bordry, dem Leiter der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD), die für die Dopingkontrollen bei der Tour zuständig ist, habe man Duenas im Visier gehabt. Er soll aber nicht zum Kreis jener namentlich nicht bekannten Fahrer gehören, die der AFLD wegen anormaler Blutwerte aufgefallen waren. (apa/red)

16.7.2008 16:27