Mittwoch, 16. Juli 2008

Abspaltung vom Weltverband steht bevor:
17 Rad-Teams wollen eigene Wege befahren

  • Eine Abkoppelung zeichnete sich bereits im März ab
  • Traditionsrennen Paris-Nizza fand ohne der UCI statt

Der Radsport steht vor einer grundlegenden Struktur-Änderung. Die 17 ProTour-Mannschaften, die derzeit an der 95. Tour de France teilnehmen, haben in Pau eine Abkoppelung vom Weltverband UCI beschlossen. Gemeinsam mit den drei Groß-Veranstaltern A.S.O. (Tour de France, Paris-Roubaix etc.), RSC (Giro, Mailand-San Remo etc.) und Unipublic (Vuelta) einigten sich die führenden Profi-Mannschaften der bisherigen UCI-ProTour auf einen neuen gemeinsamen Weg.

Die Teams unterzeichneten mit den drei Renn-Organisatoren entsprechende Verträge, bestätigte am Tour-Ruhetag die Gerolsteiner-Mannschaft. Eine endgültige Abspaltung der Top-Mannschaften hatte sich abgezeichnet, nachdem im März das Traditionsrennen Paris-Nizza unter A.S.O.-Regie zum ersten Mal nicht unter UCI-Hoheit stattgefunden hatte.

Auch bei der Tour de France ist der Weltverband erstmals nicht beteiligt. Das Rennen läuft unter der Oberhoheit des französischen Verbandes, der mit fünf anderen Verbänden, darunter auch Österreich, auf Konfrontationskurs mit der UCI gegangen ist. Damit scheint es wahrscheinlich, dass auch die Österreich-Rundfahrt dem neu zu bildenden Rennkalender angehören wird.

Der Weltverband kassierte für die ProTour-Lizenzen, die einen Start bei allen bedeutenden Rennen garantierten, von jedem Team 75.000 Euro pro Jahr. Die UCI wurde am Dienstag offiziell informiert. Die Initiatoren "erwarten, dass sich die UCI den Beschlüssen anschließt", hieß es in einer knappen Pressemitteilung. Gerolsteiner und andere Teams haben bereits Lizenzen über 2009 hinaus. "Ich werde sie nicht verlängern, das gilt auch für meine Kollegen", sagte Team-Chef Hans-Michael Holczer. (apa/red)

16.7.2008 10:20