Massenbewegung auf Kolumbiens Straßen:
Millionen Menschen mit Demo für Entführte
- Ungefähr 2.800 Opfer in südamerikanischem Land
- Kundgebungen auch in 40 ausländischen Städten
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·Weltweiter Protest für Entführungsopfer
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globalen Solidarisierung
·Betancourt will in Frankreich bleiben
Freigelassene Geisel hat nach wie vor Angst
·FARC: Gewaltsamer Kampf seit Jahr 1964
Mit 17.000 Mitglieder die größte Rebellengruppe

Millionen Menschen haben bei Kundgebungen in Kolumbien und in zahlreichen anderen Städten weltweit für die Freiheit aller circa 2.800 Entführungsopfer in dem südamerikanischen Land demonstriert. Der Aktionstag fiel zusammen mit dem kolumbischen Nationalfeiertag. In rund 1.000 Städten und Gemeinden Kolumbiens fanden Konzerte statt, an denen sich mindestens 100.000 Musiker beteiligten.
Auch in rund 40 Städten im Ausland fanden Veranstaltungen unter dem Motto "Lasst sie jetzt frei" statt, darunter in Paris, London, Miami und New York. In Paris forderte die franko-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt die linksgerichteten FARC-Rebellen zur Freilassung aller ihrer etwa 700 Geiseln auf. "Keine Geiselnahmen mehr", rief die ehemalige Präsidentschaftskandidatin vor mehreren tausend Menschen, die sich anlässlich des 198. Nationalfeiertages Kolumbiens zu einem Solidaritätskonzert versammelt hatten. Den Anführer der FARC-Rebellen, Alfonso Cano, rief Betancourt zu Frieden auf.
In der kolumbianischen Dschungelstadt Leticia in der Nähe der Grenzen zu Brasilien und Peru kamen die Präsidenten aller drei Länder, Uribe, Lula da Silva und Garcia, zusammen. Popstar Shakira sang bei der Militärparade vor zehntausenden Fans die Nationalhymne.
"Frieden für Kolumbien!"
Garcia und Lula forderten ebenfalls ein Ende der Gewalt in Kolumbien und die Freiheit für alle Geiseln. "Ganz Lateinamerika ist solidarisch mit Kolumbien. Frieden für Kolumbien!", sagte Garcia. Auch in der Hauptstadt Bogota, in Cali, Medellin und Cartagena demonstrierten die Bürger bei Großkundgebungen für ein Ende des bürgerkriegsähnlichen Konflikts, der vor 44 Jahren begonnen hatte.
Die linksgerichtete Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" gilt nach Jahren der militärischen Aufrüstung des Staates zwar als erheblich geschwächt, aber ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. (apa/red)
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