Robert Mugabe droht ausländischen Firmen:
Bei Sanktionen-Umsetzung folgt Enteignung
- Simbabwes Regierung prüft deren Besitzstrukturen
- Durch Hyperinflation 100-Mrd-Dollar-Schein eingeführt

·Keine UN-Sanktionen gegen Simbabwe
Russen und Chinesen
legen ihre Vetos ein
·Simbabwe: Video beweist Wahlbetrug
Gefängniswärter filmte forcierte Stimmabgabe
Der simbabwesische Machthaber Robert Mugabe will ausländische Firmen enteignen, falls diese drohende Sanktionen gegen sein Regime umsetzen sollten. Hierzu habe die Regierung angefangen, die Besitzstrukturen westlicher Unternehmen zu prüfen, berichtete die staatliche Zeitung "Sunday Mail". Das Land könne so auf den möglichen Abzug von Investitionen reagieren, falls die USA und Großbritannien Sanktionen erlassen.
Vorläufigen Ergebnissen zufolge befänden sich noch knapp 500 britische und rund 350 weitere europäische Firmen in Simbabwe, berichtete die Zeitung weiter. Einheimische Investoren und Firmen aus freundlicher gesinnten Ländern - vor allem aus dem Fernen Osten - könnten diese Betriebe übernehmen, falls diese Aufforderungen aus den USA und Europa nachkommen und sich aus Simbabwe zurückzögen. Viele westliche Firmen in Simbabwe sind etwa in den Bereichen Tourismus und Landwirtschaft tätig.
Die Wirtschaft von Simbabwe ist seit den umstrittenen Wahlen heuer noch stärker ins Chaos versunken. Angesichts der Hyperinflation mit einer offiziellen Teuerungsrate von derzeit über zwei Millionen Prozent führt die Zentralbank einen 100-Milliarden-Dollar-Schein ein. Mugabe macht die angebliche Sabotage westlicher Regierungen für die Krise verantwortlich. Bei der umstrittenen Präsidenten-Stichwahl Ende Juni hatte Oppositionschef Morgan Tsvangirai seine kurzfristig mit Verweis auf eine Einschüchterungs- und Gewaltkampagne gegen seine Anhänger zurückgezogen, so dass Mugabe allein antrat und im Amt verblieb. Die EU und die USA erwägen ihre bereits bestehenden Sanktionen gegen das Regime auszuweiten, nachdem Strafmaßnahmen im Rahmen des UNO-Sicherheitsrats von den Vetomächten Russland und China verhindert worden waren. (apa/red)
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