Sonntag, 20. Juli 2008

Papst predigt in Sydney gegen Abtreibung:
Messe beendet diesjährigen Weltjugendtag

  • Bendikt XVI.: "Boten der Liebe in spiritueller Wüste"
  • Nächster Weltjugendtag findet 2011 in Madrid statt

Bei der Abschlussmesse des Weltjugendtages hat Papst Benedikt XVI. vor hunderttausenden Gläubigen dazu aufgerufen, den christlichen Glauben zu verbreiten und sich gegen Abtreibungen zu stellen. Der Papst rief zum Schutz des Lebens auf. Am Ende der Messe gab er bekannt, dass der nächste Weltjugendtag im Jahr 2011 in der spanischen Hauptstadt Madrid stattfinden wird.

Beim Weltjugendtag in Australien "haben wir alle eine unvergessliche Erfahrung der Gegenwart des Heiligen Geistes gemacht", sagte der Papst bei der Messe. Nun sollten die Pilger "Boten der Liebe" werden. "Die Welt braucht diese Erneuerung", betonte das Oberhaupt der Katholiken. "In so vielen Gesellschaften breitet sich neben materiellem Wohlstand eine spirtituelle Wüste aus, eine innere Leere, eine namenlose Angst, ein stilles Gefühl der Verzweiflung." Eine neue Generation von Christen sei aufgerufen, eine Welt mit aufzubauen, "in der Gottes Geschenk des Lebens willkommen, respektiert und geschätzt ist, nicht zurückgewiesen, gefürchtet und zerstört wird", sagte Benedikt XVI.

Enttäuschender Andrang
Am Gottesdienst haben nach Angaben des Vatikans 350.000 Menschen teilgenommen. Es war damit die größte je gefeierte Messe auf australischem Boden. Die Veranstalter hatten allerdings zuvor mit 500.000 Teilnehmern gerechnet.

Dies sei kein Anlass zur Enttäuschung, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi anschließend. Wahrscheinlich wäre es aber besser gewesen, die Erwartungen vorher nicht so hoch zu hängen. Bei der Abschlussmesse des Weltjugendtags in Köln waren vor drei Jahren 1,2 Millionen Menschen auf dem Marienfeld.

Unterschiedliche Persönlichkeiten
Beim Weltjugendtag in Sydney sind nach Überzeugung des Vatikans die unterschiedlichen Persönlichkeiten von Papst Benedikt XVI. und Papst Johannes Paul II. zum Ausdruck gekommen. Während Benedikts Vorgänger spontan gewesen sei und mit den jungen Leuten gescherzt habe, sei Benedikt zurückhaltender, sagte Vatikansprecher Lombardi nach der Abschlussmesse.

"Johannes Paul hatte als Jugendpfarrer schon viel Zeit mit jungen Leuten verbracht, er war mit ihnen Kanufahren und auf Waldspaziergängen, er war sehr spontan", sagte Lombardi. "Benedikt war dagegen Universitätsprofessor, und an der Art, wie er sich ausdrückt, kann man merken, dass er mehr Zugang zu Studenten hat." Der deutsche Papst gehe vielleicht nicht selbst mit großen Gesten auf die jungen Leute zu wie sein Vorgänger, "doch empfängt er deren Gesten sehr freudig", sagte Lombardi.

Sydney war der zweite Weltjugendtag, an dem Papst Benedikt teilnahm. Wenige Monate nach seiner Wahl 2005 fand das Glaubensfest in Köln statt.
(apa/red)

20.7.2008 10:31