UNO startet Truppen-Teilabzug in Darfur: Nicht benötigte Blauhelme werden verlegt
- Personal wird nach Äthiopien oder Uganda gebracht
- Den Haag hat Haftbefehl gegen Al-Bashir beantragt

·Sudans Präsident
weist Anklage zurück
Unabsehbare Folgen für Friedensprozess in Darfur
·Ban besorgt über drohende IStGH-Klage
Ernste Konsequenzen für Friedensprozess in Darfur
·Sieben Blauhelme in
Darfur umgekommen
Opfer eines Angriffes arabischer Reitermilizen
Die UNO hat mit einem Teilabzug aus der Darfur begonnen, weil sie nach den Völkermordbeschuldigungen gegen Sudans Präsidenten Omar al-Bashir Repressalien fürchtet. "Die Verlegung ist im Gange", sagte ein UN-Sprecher in Khartum. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes (ICC bzw. IStGH) in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, hat einen Haftbefehl gegen al-Bashir beantragt. Er wirft dem sudanesischen Staatschef Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Die UN-Mission in Darfur (UNAMID) hatte darauf angekündigt, nicht dringend benötigtes Personal werde nach Äthiopien oder Uganda verlegt.
Augenzeugen berichteten, zwei Busse mit UNAMID-Angehörigen hätten das Hauptquartier der Blauhelme in Al-Fasher, im Norden von Darfur, in Richtung des örtlichen Flughafens verlassen. Sie sollten nach Entebbe in Uganda gebracht werden. "Es handelt sich nicht um eine Evakuierung. Wir verlegen nicht wesentliches Personal vorübergehend", sagte UNAMID-Sprecherin Joséphine Guerrero.
In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellen einer ethnischen Minderheit gegen die von der arabischsprachigen Mehrheit dominierte Regierung. Bei den Kämpfen zwischen den Rebellen und den Regierungstruppen sowie regierungstreuen arabischen Reitermilizen starben nach Angaben der UNO 300.000 Menschen, mehr als 2,2 Millionen sind auf der Flucht. Die meisten Opfer sind Zivilisten.
Die Anklage gegen al-Bashir, dem vorgeworfen wird, mit beispielloser Härte gegen die Zivilbevölkerung der Provinz vorzugehen, hatte nicht nur bei der UNO, sondern auch bei der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga Sorge um die weitere Entwicklung in der Krisenregion ausgelöst. (apa/red)
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