Blair sagt Besuch des Gaza-Streifen ab:
Im Auftrag des Nahost-Quartetts unterwegs
- Wäre erster hochrangiger Diplomat im Gaza gewesen
- Sicherheitsbedenken sind für Absage verantwortlich

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Die "Widerstandsgruppe" Hamas im Porträt
Der Sondergesandte des Nahost-Quartetts und britische Ex-Premier Tony Blair hat eine geplant gewesene Reise in den palästinensischen Gaza-Streifen abgesagt. Das teilten Mitarbeiter der Vereinten Nationen in dem seit über einem Jahr von der Hamas regierten Küstengebiet mit. Blair hätte den Gaza-Streifen als erster hochrangiger westlicher Diplomat seit den Turbulenzen zwischen Hamas und Fatah besucht. Das Nahost-Quartett wird von den USA, den Vereinten Nationen, der EU und Russland gebildet.
Die Sprecherin Blairs, Ruti Winterstein, erklärte, Grund seien Drohungen gegen Blair. Der ehemalige britische Premierminister wollte in Gaza Unternehmer treffen und ein Abwasserprojekt in Augenschein nehmen, das mit internationaler Hilfe gebaut wurde. Für seine Sicherheit sollte die Hamas verantwortlich sein.
Gaza-Streifen und Hamas
Die Hamas, die die palästinensischen Wahlen Anfang 2006 mit großer Mehrheit gewonnen hatte, verdrängte vor einem Jahr nach schweren Kämpfen die Fatah von Präsident Mahmoud Abbas aus dem Gaza-Streifen. Abbas erklärte daraufhin die Einheitsregierung unter Hamas-Premier Ismail Haniyeh für aufgelöst und setzte im Westjordanland ein Fatah-Notstandskabinett unter Salam Fayyad ein. Die Hamas kam nach eigener Darstellung Umsturzplänen der Fatah, Israels und der USA zuvor. Nach Angaben des ehemaligen Fatah-Sicherheitschefs Mohammed Dahlan soll die US-Regierung die Fatah aufgerüstet haben, um die Hamas auszuschalten.
Blair wäre im Mai beinahe Ziel eines Antiterror-Einsatzes israelischer Kampfjets geworden. Hintergrund waren Verständigungsprobleme von Blairs Piloten mit der israelischen Flugsicherung, wie die britische Presse berichtete. Der Vorfall ereignete sich, als Blair in einer Privatmaschine vom Weltwirtschaftsforum im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh am Roten Meer zur Palästina-Finanzhilfekonferenz nach Bethlehem flog.
(apa/red)
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