Dienstag, 15. Juli 2008

28 Tote bei Anschlag auf Rekruten im Irak: Selbstmordattentat in Al-Kaida-Hochburg

  • Weitere 47 Personen wurden bei Anschlag verletzt
  • Reihe von Selbstmordattentate setzt sich weiter fort

Zwei Selbstmordattentäter haben sich in der irakischen Stadt Bakuba inmitten einer Gruppe Rekruten in die Luft gesprengt und mindestens 28 Menschen getötet. Nach Angaben der Behörden wurden bei der Detonation am Dienstag 57 weitere Menschen verwundet.

Bakuba liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad und ist die Hauptstadt der Unruheprovinz Dijala. Dort hatten die Regierungstruppen eine Verschärfung ihres Vorgehen gegen Aufständische angekündigt, die in Kürze beginnen sollte.

Unterdessen gaben die US-Streitkräfte die Festnahme eines mutmaßlichen Anführers einer Terrorzelle in Bagdad bekannt, der im Iran ausgebildet worden sein soll. Der Festgenommene soll an Anschlägen gegen US-Truppen und irakische Einheiten in Bagdad beteiligt gewesen sein.

Neue Fahne
Untzerdessen ist die offizielle Politik bemüht, Normalität und Aufbruchstimmung im Land aufkommen zu lassen. So soll die irakische Fahne nach mehreren Anläufen ein neues Aussehen erhalten. Das Parlament in Bagdad schrieb am Dienstag einen Gestaltungswettbewerb aus, an dem sich Bürger sowie Künstler und Designer im Irak und im Ausland beteiligen können. Die Ausschreibung endet im September. Die Entscheidung über den besten Entwurf fällt das Parlament.

Im Februar hatte das Parlament dafür gestimmt, die drei grünen Sterne aus dem weißen Mittelstreifen der Nationalflagge zu entfernen, die unter dem 2003 gestürzten Baath-Regime für "Einheit, Freiheit und Sozialismus" stehen sollten. Beibehalten wurden die horizontalen Farben Schwarz, Weiß und Rot und der arabische Schriftzug "Allahu Akbar" (Gott ist der Größte), den Staatschef Saddam Hussein 1991 hatte hinzufügen lassen.

Streit um Symbolik
2004 hatte der von der US-Besatzungsmacht eingesetzte provisorische Regierungsrat eine gänzlich neue blau-gelb-blau Flagge für den Irak vorgestellt, die sogleich auf generelle Ablehnung gestoßen war. Die beiden blauen Streifen sollten sowohl die Flüsse Euphrat und Tigris symbolisieren als auch die beiden Hauptrichtungen im Islam, Sunniten und Schiiten. Die in der arabischen Heraldik nicht gebräuchliche blaue Farbe wurde aber von der Bevölkerung mit der israelischen Fahne assoziiert.

In der kurdischen Autonomieregion im Norden des Landes weht die irakische Nationalflagge schon seit Jahren nicht mehr. In den Provinzen Dohuk, Arbil und Sulaimaniya wird ausschließlich die Fahne der Kurden mit der gelben Sonne gezeigt.
(apa/red)

15.7.2008 14:36