Montag, 14. Juli 2008

Zwei Sportler sterben bei Extremberglauf: Erschöpfung und Unterkühlung als Ursachen

  • Tragödie passierte auf der Zugspitze in Deutschland
  • Dramatische Rettungsaktion blieb ohne Erfolg

Nach dem in Ehrwald in Tirol gestarteten Extrem-Berglauf auf die Zugspitze mit zwei Toten hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Konkrete Ermittlungen gegen Personen, etwa die Veranstalter, gebe es aber nicht, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft München II, Rüdiger Hödl. "Wir prüfen den Sachverhalt, dann werden wir entscheiden."

Den Läufern, die nach einem Wettersturz auf dem höchstem Berg Deutschlands mit Unterkühlungen und völlig erschöpft ins Klinikum Garmisch- Partenkirchen gebracht worden waren, geht es nach Polizeiangaben besser. Einer soll das Krankenhaus bereits verlassen haben, die übrigen fünf befinden sich auf dem Wege der Besserung.

Zwei Tote
Für zwei Männer kam jedoch jede Hilfe zu spät. Nach Angaben der Polizei in Weilheim handelt es sich um einen 41-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen und einen 45-Jährigen aus Ellwangen in Baden-Württemberg. Sie starben knapp unter dem Gipfel des 2962 Meter hohen Berges an Erschöpfung.

Hödl sagte, die Anklagebehörde prüfe derzeit, ob und wann es eine Unwetterwarnung gab und wer davon wusste. Außerdem werde recherchiert, wann das Rennen abgebrochen wurde und auf welchem Wege diese Information den Läufern weitergeben werden sollte.

Der Weilheimer Polizeisprecher Klaus Schürgers sagte, die Läufer seien schon weit oben gewesen, als sich das Drama abspielte. "Man befindet sich im Hochgebirge - es ist auch in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich, dass es auf der Zugspitze mal schneit." Eines der beiden Todesopfer sei etwa 100 Höhenmeter vor dem Ziel zusammengebrochen, den anderen trennten rund 200 Höhenmeter von dem Ziel. "Die Läufer befinden sich wie in einem Tunnel - es geht nur noch nach vorne", erläuterte Schürgers. "Auch für die Streckenposten ist oft schwer zu erkennen, wen man eigentlich aus dem Rennen nehmen müsste."

Kein Fehler der Bergwacht ersichtlich
Landtagspräsident Alois Glück von der CSU, der auch Chef der Bergwacht in Bayern ist, sagte, Fehler der Bergwacht könne er nicht erkennen. Viele der Helfer hätten bei dem Einsatz ihr Leben riskiert. Sie seien in kritischen Situationen ohne Eigensicherung unterwegs gewesen. "Es ist nicht im Ermessen der Bergwachtler, eine Veranstaltung abzubrechen."

Es war bereits der achte Extremlauf auf die Zugspitze. An der alljährlichen Sportveranstaltung nahmen mehrere hundert Läufer teil. Die Distanz beträgt 16,1 Kilometer bei 2.100 Metern Höhenunterschied. Die Sportler waren gegen 9.00 Uhr in Ehrwald bei Regen gestartet.

Schon Tage zuvor war von den Meteorologen für das Wochenende und vor allem für den Sonntag schlechtes Wetter mit Dauerregen und kühleren Temperaturen vorhergesagt worden. In Ehrwald wurden an dem Tag nach Informationen des Wetterdienstes meteomedia maximal 13 Grad gemessen - pro 1.000 Höhenmeter rechnet man mit sieben Grad weniger. Außerdem ist es bei derartigen Hochgebirgsläufen nicht ausgeschlossen, dass die Teilnehmer in Schnee geraten. Die Veranstalter hatten am Sonntag sogar selbst auf das schlechte Wetter aufmerksam gemacht. Sie sprachen im Internet von Gewitterneigung und Schneeschauern, auch Böen wurden angekündigt.

(apa/red)

14.7.2008 21:39