Mittwoch, 16. Juli 2008

Möglicher Grund für psychische Störungen: Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten

  • Medikamentöse Behebung kognitiver Beeinträchtigung
  • Intelligenzminderung auch Folge seelischen Leidens

Menschen mit einer verminderten Intelligenz leiden im Vergleich zur übrigen Bevölkerung drei bis vier Mal häufiger an psychischen Störungen. "Je schwerer die geistige Behinderung, desto häufiger treten psychische Erkrankungen wie etwa Psychosen oder affektive Störungen wie Depressionen auf", erklärt Peter Falkai von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Deshalb sollte bei geistig behinderten Menschen verstärkt auf eine Veränderung des Verhaltens oder der Stimmung geachtet werden.

Im Gegensatz zu einer geistigen Behinderung oder Intelligenzminderung treten solche kognitiven Beeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen in Phasen auf und können mit einer psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung behoben werden. Eine geistige Behinderung oder Intelligenzminderung hingegen bedeute eine stehengebliebene oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten, die dauerhaft bleibe.

In Deutschland leben nach Angaben der Fachgesellschaft etwa 400.000 geistig behinderte Menschen. Zudem sind Schätzungen zufolge etwa 1,5 Millionen Menschen von psychischen Erkrankungen wie etwa Schizophrenie oder schwere Depressionen betroffen, die eine Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit mit sich bringen. Diese Einschränkung kann so weit gehen, dass die Betroffenen Probleme bei der Ausübung ihres Berufes und bei der Bewältigung des Alltags haben.
(apa/red)

16.7.2008 16:39