Doktor Mozart lässt grüßen: Musiktherapie unterstützt medizinische Heilungsprozesse
- Schafft sicheres Ambiente in sterilen Krankenhäusern
- Eingesetzt bei Herz-Kreislauf-Problemen & Burn-Out

·Hören Sie zu! Jetzt kommt Well-Listening
Neuer Wellness-Trend für unentspannte Ohren
·Walzer tanzen macht gesund und hält fit!
Studie: Herzpatienten durch Walzer gesünder!
Doktor Mozart: Musikalische Klänge helfen bei Herz-Kreislauf-Problemen, dienen als Burn-Out-Therapie und können Stress bei Intensivpatienten reduzieren. Die heilende Wirkung von Musik gewinnt zunehmend an Bedeutung, die berufliche Ausübung dieser Behandlungsform war aber bisher nicht geregelt. Erst vor wenigen Tagen hat Österreich - als erstes europäisches Land - die Musiktherapie gesetzlich verankert.
In der Intensivmedizin hilft Musik beim Kommunikationsaufbau und bei der Reduktion von Angst und Stress, sagte Musiktherapeut Gerhard Tucek vom Institut für Ethnomusiktherapie in Niederösterreich. Der Gesundungsprozess auf einer Intensivstation gehe heute immer noch mit einem Verlust von Autonomie des Patienten einher. Im Krankenhaus fühlen sich die Menschen oft isoliert und seien voller Angst. Mit Musik könne in einer oft sterilen Atmosphäre ein sicheres Ambiente geschaffen werden. Durch die intensive Beziehung zwischen Patient und Therapeut werde das vegetative Nervensystem synchronisiert, Entspannung tritt ein.
Den Menschen als Individuum behandeln
Intensivpatienten sind chronisch gestresst, ihr Herz schlägt wie eine Maschine: schnell, regelmäßig und schwankungsfrei. "Ein Mensch ist umso gesünder, je größer seine Fähigkeit ist, die Herzfrequenz mit dem Atemrhythmus zu verändern", führte Klaus Felix Laczika von der Uniklinik für Innere Medizin I im Wiener AKH aus. Intensivpatienten geben nach einigen Wochen selbst auf und verfügen über keine seelischen Ressourcen mehr. "Bis dato gab es keine Möglichkeiten, diese Patienten zurückzuführen", so Laczika. Einzig die Musiktherapie behandle die Menschen als Individuum, wodurch sie sich selbst wieder ausdrücken können. "Dieses Ausmaß an geistiger und seelischer Wiederbelebung habe ich erst durch diese Behandlungsform am Krankenbett erlebt", berichtete der Mediziner.
Auch in der Prävention und im psychosozialen Bereich wird Musiktherapie immer wichtiger. "In fünf bis acht Jahren wird es die Möglichkeit geben, mentale Gesundheit mit Musik zu steuern", so Roland Haas, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Musik- und Kunstwirkungsforschung, zur Rolle der Komplementärmedizin. (apa/red)
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