Ruzowitky 2010 am Theater an der Wien: Inszenierung von Webers Oper "Freischütz"
- Der Oscar-Preisträger begibt sich damit auf Neuland
- NEWS: "Siebtelbauern" ebnete ihm hierfür den Weg

Der Intendant des Theaters an der Wien Roland Geyer kündigt in der NEWS-Ausgabe 28/08 an, dass Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky seine erste Oper am Theater an der Wien inszenieren wird: Webers "Freischütz" gelangt im April 2010 zur Premiere.
"Das RSO und seinen Chef Bertrand de Billy habe ich dafür bereits unter Vertrag genommen. Da kann nichts mehr passieren, egal, wie es mit dem Orchester weitergeht. Für die Regie schien mir Ruzowitzky ideal. Und zwar nicht wegen der "Fälscher", sondern wegen der "Siebtelbauern". In diesem Film hat Ruzowitzky die Hölle des Dorfes geschildert. Ich denke, es wird in der Gegenwart spielen, und auch der Goldene Schuss wird eine heutige Bedeutung haben", sagt Geyer im NEWS-Interview.
Universelles Drama inszeniert
Und Ruzowitzky erklärt: "Für mich ist der 'Freischütz' ein universelles Drama. Es geht um die Initiation eines jungen Mannes. Die Bauern arbeiten hier nie. Sie sind ständig am Feiern. Das sind die reinsten Party-People. Im Wald lebt eine Hippiekommune. Einer von ihnen will Verantwortung übernehmen. Und der Dialog über den Goldenen Schuss ist das reinste Junkiegespräch. Aber das heißt nicht, dass bei mir mit Spritzen geschossen wird."
Die Opernaufführungen sind bis zu 94 Prozent ausgelastet. Trotz Untersubventionierung konnte er einen Überschuss erarbeiten. Dieser werde in Umbauten umgesetzt. Ab September werde man im Publikumsraum bequemer sitzen, ohne dass ein nennenswerter Verlust an Plätzen entsteht. Und in den nächsten Jahren wird der Stauraum für Kulissen geschaffen, dessen Fehlen den Probenbetrieb derzeit lähmt. Mehr als die bisher 100 Aufführungen pro Saison wird es dennoch nicht geben. "Dafür wäre eine höhere Subvention nötig", sagt Geyer.
Politische Gespräche im Haus
Weiter kündigt Geyer an: "Mit dem Hausorchester, den Wiener Symphonikern, wird es notwendige politische Gespräche geben müssen. Mein Opernbetrieb muss sich derzeit nach ihren Konzertterminen einschränken. Es ist wichtig, dass das Opernorchester eines Hauses auch in diesem Haus verankert ist und langfristig zur Disposition steht."
Die größeren Erfolge erbrachte ihm das von Einsparungen betroffene RSO. "Die Symphoniker sind auch insofern gefordert, als de Billy mit dem RSO einen entsprechenden Vorsprung erarbeitet hat. Dass dieses Orchester in Gefahr gerät, ist unbegreiflich. Die Salzburger Festspiele, der Musikverein, das Konzerthaus und das Theater an der Wien sind jetzt verpflichtet, diesem für sie wichtigen Klangkörper Solidarität zu zeigen."
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